Führen die SPD an: Christian Gruber (r.) und sein Stellvertreter Daniel Liebetruth.

Germering

SPD-Vize lässt sich zum Chef wählen

Germering – Nach einem halben Jahr hat die SPD wieder einen Vorsitzenden: Der bisherige Stellvertreter Christian Gruber wurde einstimmig zum neuen Chef gewählt.

Der 46-jährige, in Germering aufgewachsene Kartografie-Ingenieur erläuterte den rund 30 Genossen, warum er Zeit gebraucht habe, eine Kandidatur zu akzeptieren. Der Vater dreier Kinder wollte den familiären Rückhalt für das neue Ehrenamt sicherstellen, außerdem dauerten die Gespräche, bis sich ein neues, jüngeres Vorstandsteam abzeichnete. Nach dem überraschenden Rücktritt des damaligen Vorsitzenden Klaus-Peter Müller hatten Gruber und seine Stellvertreter-Kollegin Tinka Rausch noch im Juni einen Brandbrief an die Mitglieder geschrieben.

Sollte sich kein neuer Chef finden, drohe eine Auflösung des Ortsvereins. Müller übrigens, dem noch bescheinigt wurde, den Ortsverein in seiner nur anderthalbjährigen Amtszeit vorangebracht zu haben, dankte für den „Abgesang“. Er sei aber noch nicht ganz in der Versenkung verschwunden. Inhaltlich ist für Gruber die soziale Gerechtigkeit Thema Nummer eins.

Vor allem eine soziale Bodennutzung und die Schaffung bezahlbaren Wohnraums in der Stadt sollen auch den neuen Vorstand in nächster Zeit beschäftigen. Weiteres Anliegen: „Zeichen gegen Rechtspopulisten“ zu setzen. Für den nächsten Neujahrsempfang wurde ein Extremismusexperte des Bayerischen Rundfunks eingeladen. Flagge gegen Populisten, sogar einen „Stinkefinger gegen Rechts“, will auch der neue Stellvertreter Daniel Liebetruth zeigen. Der 27-jährige Gymnasiallehrer hat die Erfahrung gemacht, dass „wieder viele junge Leute“ in seine Partei eintreten.

Darunter ist der örtliche Juso-Vorsitzende Jan Bernrader, der zum Schriftführer gewählt wurde. Kassiererin bleibt Saskia Schon, zweite neue Stellvertreterin ist jetzt Eike Höppner. Die frühere Ortsvorsitzende fehlte wegen einer 50-jährigen Abiturfeier. Nicht mehr im erweiterten Vorstand ist dagegen die bisherige Stellvertreterin Tinka Rausch. (op)

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