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Unplugged

Spider Murphy Gang rockt den Germeringer Stadtsaal auch mit Akustik-Sound

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Rock’n’Roll, bairische Texte und E-Gitarre: Das ist die Spider Murphy Gang seit mittlerweile 41 Jahren. Eigentlich. Denn dass sie es auch ohne „E“ vor der Gitarre beherrschen, bewiesen die Rock-Oldies bei ihrem Unplugged-Konzert im voll besetzten Orlandosaal der Stadthalle.

Germering – Am Tag vor dem Auftritt in Germering war der „in Bayern weltberühmten Band“, so Sänger Günther Sigl, eine ganz besondere Ehre widerfahren. Metallica, die wohl größte Heavy-Metal-Band der Welt, hatten bei ihrem Konzert in der Münchner Olympiahalle den vielleicht bekanntesten Spider-Hit „Skandal im Sperrbezirk“ zum Besten gegeben. „Dann werden wir bei unserem nächsten Konzert halt mal Heavy Metal spielen“, kündigte Sigl im Scherz an.

An diesem Abend in der Stadthalle hatten Sigl und Co die dazu nötigen E-Instrumente aber zu Hause gelassen. Dass Rock’n’Roll auch mit akustischen Gitarren und Bässen fetzt, das bekam das Publikum schnell zu spüren.

Auch OB Andreas Haas ließ sich das Konzert nicht entgehen. Ihn verbindet aber auch eine ganz besondere Beziehung zur Spider Murphy Gang. Schließlich war er gemeinsam mit dem in Gauting lebenden Keyboarder Ludwig Seuss in Pasing aufs Gymnasium gegangen.

Auch Seuss tauschte elektrisches Keyboard diesmal gegen ein Piano ein. Heraus kam dabei ein Abend mit ganz besonderer Atmosphäre, bei der mehr als nur Musik im Mittelpunkt stand. Sigl schäkerte unablässig mit dem Publikum, lieferte sich so manches witzige Wortgefecht mit seinem langjährigen Weggefährten und Band-Mitbegründer Barny Murphy und kokettierte auch mal mit seinen mittlerweile 71 Lenzen, als er beim Instrumentenwechsel trocken meinte: „Des is a technische Herausforderung für an oid’n Mo.“

Musikalisch kamen die zum Großteil älteren Fans im Publikum voll auf ihre Kosten. Aus dem umfangreichen und mit zahllosen Klassikern gespickten Werk der Münchner Rock’n’Roller kamen mit „Schickeria“, „Pfüati Gott Elisabeth“, „Mir san a bayrische Band“ oder „Rock ‘n’ Roll Schuah“ – um nur ein paar zu nennen – nahezu alle großen Hits zum Einsatz.

Daneben gab es immer wieder auch musikalische Querverweise auf die Wurzeln der Band. „My Happiness“ von Elvis Presley, von dessen „Jailhouse Rock“ die Spider Murphy Gang ihren Bandnamen entliehen hat, bekam das begeisterte Publikum ebenso zu hören, wie Canned Heats Woodstock-Klassiker „Going up the country“ und Carl Perkins „Blue Suede Shoes“.

Einer der Höhepunkte des Konzerts war eine fiebrige Version von Chuck Berrys Klassiker „Johnny B. Goode“, die Sigl und Co in der Tradition des Louisiana Swamp Blues interpretierten und ihr mit einer Querflöte einen ganz eigenen Flair verliehen. Und spätestens als im Zugabenteil Bill Haleys „Rock around the clock“ nahtlos in „Skandal im Sperrbezirk“ überging, hielt es viele der Zuhörer im Orlandosaal nicht mehr auf ihren Stühlen. andreas daschner

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