Bewährungsstrafe für Germeringer (36)

Sportler handelt mit Doping-Substanzen

Germering- Er kaufte Dopingmittel, nahm sie selbst und handelte auch noch damit: Ein Sportler (36) wurde daher jetzt zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Im April vergangenen Jahres traf sich der Angeklagte mehrfach mit seinen Kunden im Raum Germering und Starnberg. Das ging aus Kurznachrichten hervor, die auf dem beschlagnahmten Handy des Germeringers gefunden wurden, wie jetzt am Amtsgericht klar wurde. Wann genau die Übergaben stattfanden, ließ sich schwer eingrenzen. Fest stand aber, dass er mit dem Hormon Testosteron und dem Steroid Nandrolon Decanoat gehandelt hatte. Die Substanzen hatte er auf dem Schwarzmarkt gekauft, erklärte der Germeringer.

Konsumiert hat er die Aufputschmittel aber auch selbst – über drei Jahre hinweg regelmäßig und ohne ärztliche Überwachung, wie er zugab. Der Germeringer betreibt seit knapp 20 Jahren Kraftsport. Fünf- bis sechsmal wöchentlich trainiert er. Zwischenzeitlich wog er fast 120 Kilogramm. Über die Dosierung der Anabolika habe er sich mit anderen Sportlern ausgetauscht. Die Präparate habe er vorsichtig und nur in geringen Mengen eingenommen, erklärte der Angeklagte.

Dass beide Substanzen jedoch nicht nur dafür sorgen, dass Muskeln schneller aufgebaut werden, sondern auch den Hormonhaushalt durcheinanderbringen, wusste der Germeringer. „Ich wollte bei Wettkämpfen mitmachen“, rechtfertigte sich der 36-Jährige, der Vater eines 13-jährigen Sohnes ist. Mittlerweile konsumiere er allerdings keine Anabolika mehr.

Richter Johann Steigmayer und die Staatsanwältin betonten mehrfach, dass der Angeklagte jedoch nicht nur sich selbst gefährdete. Durch den Handel habe er auch seiner Kundschaft bewusst Schaden zugefügt. Insbesondere, da er die Zusammensetzung der illegal erworbenen Substanzen nicht kannte. „Sie wussten doch gar nicht, ob das, was drauf steht, auch wirklich drin ist“, sagte Steigmayer.

Bereits 2013 war der Germeringer beim Handel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln erwischt worden. Damals wurde eine Geldstrafe von rund 2000 Euro verhängt. Doch nicht nur diese Vorstrafe wirkte sich negativ auf die jüngste Anklage gegen ihn aus. Hinzu kam, dass der 36-Jährige die Aufputschmittel dieses Mal in rauen Mengen handelte. „Das ist wesentlich mehr als 2013“, erklärte Steigmayer.

Dass er sofort gestanden habe, wirke sich aber zu seinen Gunsten aus, so der Richter. Er verurteilte den Germeringer letztlich zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe und 90 Tagessätzen à 40 Euro. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Außerdem muss er 2000 Euro an den TuS Fürstenfeldbruck zahlen.

Von Regina Mittermeier

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