Müssen saniert werden, bevor das Öl des Tanklagers abtransportiert wird: die über Germeringer Flur verlaufenden Gleise. archivfoto: Weber

Stadt geht im Tanklager-Verfahren leer aus

Germering/Krailling – Das Kraillinger Tanklager ist verkauft. Die Stadt Germering und die Gemeinde Krailling, die gemeinsam auch ein Angebot abgegeben hatten, sind leer ausgegangen. Käufer ist erneut eine Firma mit tschechischem Hintergrund.

Das Insolvenzverfahren um die Eigentümerin des Tanklagers im Kreuzlinger Forst, die Viktoriagruppe AG, neigt sich dem Ende entgegen. Insolvenzverwalter Mirko Möllen hat das Lager an die neugegründete Firma „Krailling Oils Development“ mit Sitz in Pullach verkauft. Germering und Krailling sind damit als Bieter leer ausgegangen.

Dritter Bürgermeister Helmut Ankenbrand bedauert den Ausgang des Verfahrens: „Wir hätten es auch gerne erworben.“ Gemeinsam mit Krailling hätte man so eine zukunftsorientierte Flächensicherung betreiben können. Obwohl die Kommunen keinen Zuschlag erhalten haben, stuft Ankenbrand die gemeinsamen Aktivitäten von Krailling und Germering als sehr gut ein: „Das war ein positives Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit.“

Wie es in einer Mitteilung Möllens heißt, gehört die Krailling Oils Development GmbH einem tschechischen Unternehmer aus der Ölbranche, der über eine andere Gesellschaft bereits das Tanklager der Viktoriagruppe in Chlumec in Tschechien vom Insolvenzverwalter erworben habe. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Der Verkauf hatte sich für den Insolvenzverwalter unter anderem schwierig gestaltet, weil die Viktoriagruppe in den Tanks Diesel für die Republik Tschechien eingelagert hatte (wir berichteten). Wer der tatsächliche Eigentümer des Kraftstoffs ist, ist laut Möllen aber nach wie vor strittig. Teil der Verkaufsverhandlungen waren also auch Gespräche über den Inhalt der Tanks. So waren nicht nur Insolvenzverwalter und Käufer, sondern auch ein Vertreter der Verwaltung der staatlichen Materialreserven der Republik Tschechien (VSMR) an den Gesprächen beteiligt.

Jakob Linka von der VSMR berichtet von fast 16 Stunden langen Gesprächen in München. Schließlich sei nicht nur ein Kaufvertrag abgeschlossen worden, sondern auch ein Vertrag mit der VSMR. Darin werde der Transport des in Krailling eingelagerten Diesels nach Tschechien geregelt. „Die Eigentumsfrage am Erdöl ist weiter streitig und bleibt von der Auslagerung unberührt“, heißt es in der Mitteilung.

Dennoch jubelt Linka. Denn der neue Eigentümer müsse die Gleise auf dem Gelände des Tanklagers auf seine Kosten innerhalb von acht Wochen reparieren. Innerhalb von sechs Monaten müsse dann die VSMR den Diesel abtransportieren. Möllen habe zudem akzeptiert, dass in den Kraillinger Tanks 6,3 Millionen Liter tschechischer Diesel fehlten. „Diese Entscheidung ist ein Durchbruch“, sagt Linka. Er geht nun davon aus, dass Tschechien die fehlenden 6,3 Millionen Liter erstattet bekomme.

Obgleich der neue Eigentümer des Tanklagers wieder eine Firma mit tschechischem Hintergrund ist, wird Tschechien dort künftig keine Dieselreserven mehr aufbewahren. „Diesel wird nur in der Republik Tschechien gelagert“, sagt Linka ausdrücklich.

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