Digitales Kataster

Stadt speichert alle Bäume im Computer

Rund 7000 Bäume stehen in Germering auf öffentlichem Grund. Weil jeder von ihnen eine potenzielle Gefahr für Autofahrer und Fußgänger bedeutet, erstellt die Stadt derzeit ein digitales Baumkataster. Art, Zustand, Lebenserwartung, nötige Maßnahmen und viele weitere Parameter werden darin erfasst. Ein Datenschatz, der der Stadt viel Zeit und Arbeit ersparen soll.

Germering – Stamm, Rinde, Krone, Wurzeln: Klaus Raschkowski kann in Bäumen lesen wie in einem Buch. Wie geht es ihm? Steht er noch sicher? Und wie sieht es im Untergrund aus? Zwischen fünf und zehn Minuten reichen dem Gärtnermeister, um alles über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eines Baumes zu erfahren. Ein Job für einen Spezialisten.

Geschultes Augefür die Bäume

„Man braucht ein geschultes Auge, um zu sehen, wie der Baum gewachsen ist“, erklärt der Kontrolleur. Seine Erkenntnisse speichert der 56-Jährige samt Standort-Koordinaten per Tablet in einem speziellen Geoinformations-System. Gut 1000 Bäume hat er so bereits katalogisiert – rund 6000 fehlen noch. Bis zum Jahresende will Raschkowski fertig sein.

Seine Arbeit ist enorm wichtig für die Stadt. Denn sie ist für die Sicherheit der Stämme verantwortlich. Krachen etwa Äste bei Wind herunter und beschädigen ein Auto, muss die Kommune womöglich den Schaden begleichen. Damit es erst gar nicht so weit kommt, müssen die Verantwortlichen möglichst genau über den Zustand jedes einzelnen Baumes im Bilde sein. Daran arbeitet Klaus Raschkowski momentan.

Die Softwarekann noch mehr

Für die Katalogisierung der öffentlichen Bäume haben der Gärtner und seine Kollegen das Stadtgebiet in sechs Bereiche aufgeteilt – drei nördlich und drei südlich der Bahnlinie. Diese Vorgehensweise soll ein rasches Erfassen sowie die weitergehende Kontrolle möglichst einfach machen.

Mit der Software soll jeder, der die Daten braucht, in Sekundenschnelle darauf zugreifen können. Das können Mitarbeiter des Bauhofs oder des Bauamts ebenso sein wie externe Firmen, die mit der Baumpflege beauftragt werden. Alles, was man dafür braucht, ist ein Internetzugang – und natürlich die Zugangsberechtigung. Die Software kann aber noch mehr. Neben den Bäumen und den damit verbundenen Arbeiten können auch ähnlich gelagerte Aufgaben eingegeben werden – etwa die Kontrolle von Geräten auf städtischen Spielplätzen, Verkehrszeichen oder die Aufnahme von Schäden in den Straßen. (Tobias Gehre)

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