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Ja, es klappt: Merkur-Redakteur Thomas Radlmaier lässt sich von Techniker Christian Jonczykvon die induktive Höranlage erklären.

Stadthalle: Bald Musik für Gehörlose

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Germering - Konzerte oder Theaterstücke sind für Träger von Hörgeräten oft ein Graus. Nun soll ihnen eine neue Technik in der Stadthalle helfen, Störgeräusche heraus zu filtern.

Hans Pichelmaier, 70, hört gerne Musik. Und zwar alles mögliche, von Klassik bis Volksmusik. „Hauptsache es ist gut“, sagt der Stadthallenreferent des Stadtrats. Das Problem: Seit einem Jahr hört er nur noch mithilfe kleiner Geräte, die sich links und rechts in seinen Ohrmuscheln verbergen.

Bei Konzerten oder Theateraufführungen in der Stadthalle muss er oft früher da sein, um Plätze in der Mitte und relativ weit vorne zu bekommen, weil er von dort besser hört. Gleichwohl ist das alles andere als optimal. Das Hörgerät macht alle Geräusche im Raum lauter, also auch Rascheln oder Stühlerücken. „Das ist eine große Einschränkung der Lebensqualität“, sagt Pichelmaier.

Doch mit den Störgeräuschen in der Stadthalle ist bald Schluss. Die Stadt hat eine induktive Höranlage im Amadeussaal und im Orlandosaal installiert. Träger von Hörgeräten ist es nun möglich, Audiosignale störungsfrei wahrzunehmen. Dazu müssen sie einen Empfänger mit einer Induktionsschleife an der Garderobe gegen eine Gebühr von zwei Euro ausleihen und sich um den Hals hängen.

Das Hörgerät verbindet sich automatisch mit dem Empfänger und filtert alle Störgeräusche heraus. Wer möchte, kann auch Kopfhörer anstecken. 20 Empfänger gibt es. Die Stadt hat dafür 20 000 Euro ausgegeben. Stadthallen-Techniker Christian Jonczyk geht davon aus, dass die Technik ab Januar einsatzbereit ist.

Vertreter des Behindertenbeirates und der Selbsthilfegruppe „Gilchinger Ohrmuschel“ sind vor eineinhalb Jahren auf OB Andreas Haas (CSU) zugegangen mit der Bitte, die Technik in städtischen Gebäuden zu installieren. Haas ist froh darüber. „Wenn man selbst nicht betroffen ist, hat man keinen Bezug dazu“, sagt er.

Inzwischen ist induktives Hören im Sitzungssaal des Rathauses, im Bürgerbüro und im Trauungsraum möglich. Das Einwohnermeldeamt und das Passamt könnten folgen. Stadthallen-Leiterin Medea Schmitt sagt hinsichtlich des Themas Barrierefreiheit: „Germering ist da ganz vorne mit dabei.“

Anna Krott, 55, von der „Gilchinger Ohrmuschel“ ist seit ihrem sechsten Lebensjahr schwerhörig. Mit 35 wurde sie volltaub und ist auf ein Hörgerät angewiesen. Wenn sie Konzerte oder Theateraufführungen besucht, müsse sie sich unglaublich konzentrieren und sich Passagen des Stücks zusammenreimen. „Durch das induktive Hören ist das ganz entspannt. Man kann dann wie jeder andere Besucher einfach genießen.“

Das möchte auch CSU-Stadtrat Hans Pichelmaier, wenn er fortan in der Stadthalle Veranstaltungen besucht. Bei einem Testlauf im Amadeussaal geht etwas schief. Sein Hörgerät verbindet sich nicht mit dem Empfänger. Anna Krott weist darauf hin, dass der Hörgeräteakustiker die Funktion erst freischalten muss, „um induktives Hören zu genießen“.

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