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Die 40. Südbayrische Rennbahnbörse lockte wieder zahlreiche Interessenten in die Stadthalle.

Germering

Stadthalle im Zeichen der Rennbahn-Flitzer

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Auto-Rennbahnen haben auch in Zeiten der Digitalisierung noch zahlreiche Fans. Das war auch bei der 40. Südbayerischen Rennbörse zu sehen, die in der Stadthalle veranstaltet wurde.

Germering – Zweimal im Jahr treffen sich Freunde und Sammler von Rennbahnen und Rennbahnautos in der Stadthalle. Für viele ist der Spaß am Hobby das Entscheidende oder der Stolz besondere oder besonders viele Stücke zu besitzen.

Ein Gefühl, das auch Brad Blohm sehr gut kennt. Er kommt aus Detroit und ist damit unter den rund 30 Ausstellern derjenige mit der weitesten Anreise. Rund 1000 Modellautos, so hat er ungefähr zusammengezählt, habe er bisher gesammelt. „Das Haus ist voll damit“, lacht er. Und die Größe seiner Sammlung macht es ihm unmöglich, ein ganz spezielles Lieblingsstück zu benennen. Nach Germering ist der 55-Jährige gekommen, weil tags zuvor Europas größte Rennbahnbörse in Stuttgart stattgefunden hatte.

Auch der Wiener Hans Wuhan hat beide Messen besucht. Er präsentierte seltene Rennbahnmodelle, die um 1960 herum gebaut wurden, aber nicht mehr hergestellt werden. Zusatzteile aus Gummi fanden sich ebenfalls in seinem Angebot.

Fachgeschäft für Modellbahnbau

„Die beiden Börsen haben viele miteinander verbunden“, weiß Bernd Linden, der mit seiner Frau Andrea die Schau in der Stadthalle seit Jahren organisiert. Er betreibt ganz in der Nähe an der Unteren Bahnhofstraße auch ein Fachgeschäft für Modellbahnbau. Probleme, dass es zu wenige Buchungen gibt, hatte er nicht. Die 70 Tische seien schnell vergeben gewesen, erzählt Linden. „Wir haben sogar noch ein wenig improvisieren müssen, um alle unterzubringen“, ergänzt Andrea Linden. So hat einer der Aussteller noch einen Platz an der Theke bekommen – dort, wo bei Aufführungen oder Bürgerversammlungen Getränke gereicht werden.

Gabi und Dieter Biburger aus Mittelstetten nicht. Sie sind gewissermaßen alte Hasen unter den Sammlern und pflegen seit langem ihr Hobby – vor allem der 63-Jährige. „Bei mir hat es mit acht Jahren angefangen, zu Weihnachten.“ Sein Vater besaß eine Modelleisenbahn, in die er eine Autostrecke integriert hatte. Dafür habe er dann ein paar passende Modellfahrzeuge geschenkt bekommen. „Es war Leidenschaft auf den ersten Blick“, erinnert sich Dieter Biburger, dessen Sammlung von da an stetig anstieg.

Mit der Lehre sei dann das Hobby erst einmal ein wenig eingeschlafen. Erst später, als er richtige Rennen wie etwa Deutsche Rundstreckenmeisterschaften fuhr, lebte das Hobby wieder auf. Es habe Ende der 1980er-Jahre Modellsets gegeben, mit denen man berühmte Rennstrecken nachbauen konnte. Zandvoort war die erste, die bei den Biburgers als Modell entstand. „Weil wir dort gerade ein Rennen bestritten hatten und uns die Strecke fasziniert hatte.“

Autos zum Anfassen

So wurde von den großen Autos Biburgers Liebe zu den kleinen neu entflammt. Genauso sind auch Kindheitserinnerungen wieder erwacht. „Es war herrlich, mit Freunden im Kinderzimmer eine Rennbahn aufzubauen.“ Und die Eltern hätten nichts dagegen gehabt, wenn diese Rennbahn bis zum nächsten Treffen nicht aufgeräumt worden sei. „Das war noch Gemeinschaftserlebnis“, so Biburger.

Mit Konsolen und oder Computern sei das nicht mehr möglich. Auch kleine Autos müssten etwas zum Anfassen sein, finden die beiden Biburgers. Gut 1800 sind das bei ihnen. Gerne haben sie ihre Schmuckstücke für die Rennbahnbörse in der Stadthalle sortiert und dort präsentiert. Beide haben sich den nächsten Termin schon notiert. Am Sonntag, 26. April 2020, wird in Germering die 41. Börse durchgeführt. Und Andrea und Bernd Linden als Organisatoren werden auch im nächsten Jahr wieder keine Probleme haben, die Tische in der Stadthalle zu besetzen.

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