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Massenstart: Rund 500 Ausdauersportler nehmen bei freundlichem Herbstwetter am 22. Germeringer Stadtlaufs teil.

500 Sportler gehen an den Start 

Germering: Ein Lauf mit vielen Überraschungen

Der Germeringer Stadtlauf ist immer für Überraschungen gut. Ob mit internationalen Teilnehmern und ambitionierten Lokalmatadoren, alten Bekannten und vielen neuen Gesichtern.

Germering – Vor dem Start war sie mächtig nervös, die 17-jährige Germeringerin Almut Gruber. Der Grund: „Ich bin noch nie ein Fünf-Kilometer-Rennen gelaufen.“ Ihr Vater Christian sprach ihr Mut zu, doch so recht schien er seine Tochter nicht überzeugen zu können. „Bestimmt bin ich die Langsamste,“ seufzte die Teenagerin.

Wie jedes Jahr nutzten wieder viele Laufneulinge die Gelegenheit, ihre Ausdauer beim 22. Germeringer Stadtlauf erstmals vor großem Publikum auszutesten. Rund 500 Menschen tummelten sich auf den Rängen und im Innenbereich, als Almut Gruber sich auf die Strecke machte. Ausgesprochen flott. „Ob sie das Tempo wohl halten kann“, mag sich der mitfiebernde Vater wohl gedacht haben? Sie konnte. Locker sogar. Nach 27 Minuten lief sie wieder ins Stadionrund ein – und ließ sich von den Zuschauern zu einem energischen Endspurt motivieren. Bei hervorragenden 28:07 Minuten blieb die Uhr für die Gymnasiastin stehen, als 36. von 68. Frauen. Almut strahlte im Ziel. Vater Gerhard auch. Prompt sprintete er anschließend in 43:44 Minuten durch den Zehn-Kilometer-Parcours – rund sechs Minuten schneller, als er sich vorgenommen hatte.

Zwei von vielen Geschichten, wie sie für den Germeringer Stadtlauf typisch sind. In der Großen Kreisstadt treffen jedes Jahr alte Laufhasen, die sich auf ein Wiedersehen mit langjährigen Bekannten freuen, auf ambitionierte Einsteiger, die oft aus reinem Spaß an der Bewegung und am gemeinschaftlichen Erlebnis teilnehmen – und umgehend vom Laufvirus ergriffen werden.

Bilder vom Stadtlauf in Germering

So wie fünf Germeringer Basketballer: Florian Engels, der Spielertrainer der Germeringer Dritten, hatte seine Mitspieler motiviert, an dem Laufevent teilzunehmen. „Wir haben uns vorgenommen, mehr gemeinsam zu machen, um den Teamgeist zu stärken“, berichtete der 23-Jährige vor dem Fünf-Kilometer-Start. Und tatsächlich lag sich das Quintett rund 30 Minuten später erschöpft, aber glücklich in den Armen. „Nächstes Jahr sind wir wieder dabei“, versprach der Schnellste Raphael Stratz. Dann über zehn Kilometer? „Fünf reichen“, meinte Thomas Hoffmann, der mit Christian Damme die Nachhut gebildet hatte.

Doch waren auch viele „Wiederholungstäter“ in Germering zu sehen: vom Olchinger Karl-Heinz Michalsky, der „mindestens zum zwanzigsten Mal dabei“ war (und die M55-Konkurrenz in 38:22 Minuten gewann), über die unverwüstliche ehemalige Triathlon-Europameisterin Christine Göttner, die sich bei den W65-Athletinnen durchsetzte, bis zur gleichaltrigen Deutsch-Engländerin Petra Otto, die wie alle Jahre von der Insel in ihre Germeringer Heimat zurückkehrte, um an ihrem „heiß geliebten“ Stadtlauf teilzunehmen. Die meisten Zuschauer waren gekommen, um ihre Angehörigen anzufeuern. Zu den Wenigen, die nur die Atmosphäre genießen wollten, gehörte das Germeringer Ehepaar Gabi (69) und Fred Mayer (78): „Wir sind eigentlich jedes Jahr hier.“ Vor zwölf Monaten sei freilich mehr los gewesen, befanden die beiden und kritisierten ihre Mitbürger: „Wenn man schon so eine schöne Veranstaltung vor der Haustür hat, könnte man schon mal vorbeischauen.“ Gleich darauf trudelten die ersten Zehn-Kilometer-Finisher ins Stadion ein – und wie durch Wunderhand füllten sich die Plätze wieder.

Von Horst Kramer

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