Mitgefeiert haben auch langjährige Stammgäste wie Hellmuth Kühtz (r.), der auch noch einige Freunde und Bekannte zur Eröffnung des „Germeringer“ mitgebracht hatte. 

Der „Griabige“

Stammgäste glücklich: So war die Wiedereröffnung von Germeringer Kult-Lokal

  • vonHans Kürzl
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Rund neun Monate hatte der „Griabige“ geschlossen. Als „Germeringer – das griabige Wirtshaus“ feierte nun das bayerische Lokal in der Stadtmitte Wiedereröffnung.

Germering – Monatelanges Planen und Werkeln, oft bis tief in die Nacht hinein, sind plötzlich vergessen. Nun herrscht nur noch Zuversicht, dass am Eröffnungstag alles klappt mit Getränken und Essen. „Deswegen waren wir nicht nervös. Wir haben uns gut vorbereitet gefühlt“, berichtet Heike Rennert, eine der beiden neuen Wirtinnen. Dabei bezieht sie ausdrücklich ihre Kollegin Manuela Gröger ein. Nur wegen der Gäste sei man ein wenig aufgeregt gewesen: Wie viele würden wohl kommen? Und wie würde ihnen alles gefallen?

Auch diese Fragen werden schnell beantwortet: Das Wetter war für den Biergarten perfekt, so strömen die Gäste bis in die Abendstunden hinein in das Lokal. Und sie sind zufrieden: „Die lange Vorfreude hat sich gelohnt“, sagt etwa Dirk Wenner. Der 43-Jährige war 15 Jahre Stammgast beim „Griabign“ und pflegte dort genauso lang seinen Stammtisch. Das werde sich auch unter dem neuen Namen nicht ändern. „Man hat das Gemütliche, das Angenehme beibehalten“ lobt Wenner ausdrücklich.

Wiedereröffnung vom Griabign: Bedauern über Rückzug von Maffei

Ähnlich sieht das Jürgen Hoff. Sein Zungenschlag verrät zwar, dass er nicht aus Bayern kommt. „Ich bin im Saarland geboren, aber schon 50 Jahre in Germering.“ In dieser Zeit habe er es sehr zu schätzen gelernt, dass es ein gutes bayerisches Lokal gibt. Einfach mal nur eine Halbe mittrinken können, das gehöre zu einer guten Wirtshauskultur. Den „Griabign“, den es seit 1999 gab, habe er deshalb fast von Beginn an angesteuert. „Ich habe da meinen Stammplatz an der Theke. Leider geht das jetzt wegen Corona erst einmal nicht“, erzählt der 81-Jährige.

Auf einen gelungenen Start stießen (v.l.) OberbürgermeisterAndreas Haas, die neuen Wirtinnen Heike Rennert und Manuela Gröger sowie der frühere Wirt Alex Maffei an. 

Wie viele andere Gäste am Eröffnungstag bestätigt Hellmuth Kühtz, dass man es schon bedauert habe, als man vom Rückzug des früheren Wirtes Alex Maffei, der gesundheitsbedingt erfolgte, erfahren habe. „Man hatte aber immer das Gefühl, dass es weitergeht“, sagt Kühtz. Es sei ein Vorteil, dass die neuen Wirtinnen den Laden schon lange kennen. Gröger arbeitete schon fünf Jahre im „Griabign“, Rennert sogar 15. „Die packen das schon und man merkt ihnen die Freude an, mit der sie das machen.“

Wiedereröffnung vom Griabign: Lokal in guten Händen

Das lässt auch den Vorgänger der beiden Frauen durchatmen. „Es tut gut, zu sehen, dass das Lokal in guten Händen bleibt“, freut sich Maffei. Das trage natürlich ein Stück weit dazu bei, dass er sich gesundheitlich wohl fühle und ruhig bleiben könne.

Vor neun Jahren hatte Maffei einen Herzinfarkt erlitten, von dem er sich eigentlich gut erholt hatte. Dann aber traten im Vorjahr erneut Probleme auf und der Wirt aus Leidenschaft musste kürzer treten. Dem „Germeringer“ werde er aber verbunden bleiben. „Ich werde ganz sicher immer wieder mal reinschauen.“

Immerhin sei der Stadt ein gutes Stück bayerischer Lebenskultur erhalten geblieben, zeigte sich Oberbürgermeister Andreas Haas ebenfalls zufrieden. Der würdigte den Eröffnungstag auch im Hinblick auf die Corona-Lage. „Es ist eine gute Gelegenheit, mal wieder unter die Leute zu kommen und sich zu treffen.“ Allein dafür habe sich schon die Mühe der beiden neuen Wirtinnen gelohnt. „Danke für die viele Arbeit und für das Durchhalten“, sagte der Oberbürgermeister. Haas verband das mit dem Wunsch, eine Tradition aus dem „Griabign“ aufrecht zu erhalten: die so genannte Charity Night. Die fand bislang im Spätherbst statt. Deren Erlös kam dem Förderverein der Germeringer Insel zugut. Bisweilen wirkte Haas dabei aktiv in der Küche mit.

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