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Dirigent Rick Peperkamp erfüllte sich beim Frühjahrskonzert einen Traum. Zu drei Stücken kam Trompeter Allen Vizzutti auf die Bühne. 

Germering

Star-Trompeter begeistert auch die Musiker

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Schon als kleiner Bub schwärmte Rick Peperkamp für den amerikanischen Trompeter Allen Vizzutti.

Germering–  Nachdem er selbst Dirigent geworden war, nahm er sich vor, den Weltstar eines Tages zu einem Konzert einzuladen – „wenn ich ein Orchester habe, von dem ich weiß, es kriegt das hin“.

Das Orchester hat Peperkamp inzwischen. Es ist das Sinfonische Blasorchester (SBO) Germering. Und den großen Traum von einem Konzert mit Allen Vizzutti hat er sich auch erfüllt. Dem Publikum war damit ein traumhafter Abend beschert. Dreimal – Zugaben nicht mitgerechnet – kam Vizzutti im Rahmen des SBO-Frühjahrskonzerts in der nicht ganz ausverkauften Stadthalle mit seinen Trompeten auf die Bühne, um mit dem Orchester gemeinsam zu spielen.

Dreimal zog er den Saal in seinen Bann – mit eigenen Werken („Rising Sun“, „American Jazz Suite“) und der „Ode for Trumpet“ des amerikanischen Komponisten Alfred Reed. Der Begriff virtuos beschreibt Vizzutti nur unzulänglich. In seinen Händen wird die Trompete zu einem Lebewesen, das singt, jubiliert, nörgelt, halsbrecherische Tonfolgen glasklar ausstößt und eine ungeahnte Klang-Palette vor den Zuhörern ausbreitet.

Man glaubt es Jens Reimann, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Blasorchesters, aufs Wort, wenn er sagt, es sei „eine große Ehre und ein Ansporn“ gewesen, gemeinsam mit Vizzutti ein Konzert zu gestalten.

Doch auch die Solisten aus den eigenen Reihen brauchen sich nicht zu verstecken. Oboist Marius Lambacher erntete zurecht Bravo-Rufe und Jubel, nachdem die letzten Töne von Ferrer Ferrans „El Bosque Mágico“ verklungen waren. Das Oboenkonzert um die Elfen, Feen und Zwerge eines Zauberwaldes gilt als sehr anspruchsvoll und ist – zumindest wenn es so perfekt interpretiert wird wie in diesem Fall – ein Hörgenuss, so expressiv und packend wie Filmmusik.

Monumentales schaffen, das kann auch Dirigent Rick Peperkamp. Im Urlaub mit seiner Freundin, auf einem Spaziergang in der Mittagshitze merkte der 29-Jährige plötzlich: „Ich bekomme gerade eine Melodie.“

Zurück im Hotel, wurde die Eingebung schleunigst niedergeschrieben und weiter ausgearbeitet. Herausgekommen ist das 15-minütige Werk „Cleopatra“, eine Hommage an die antike ägyptische Herrscherin – und, genau wie sie, mysteriös, mächtig und wunderschön. Für die Fans des SBO war es – nach „Megalodon“ im Vorjahr – bereits die zweite Uraufführung einer Peperkamp-Komposition, die sie miterleben konnten.

Ein ähnlich programmatisches Werk, das die Zuhörer in die Welt der monumentalen Römer-Filme katapultierte, ist „Spartacus“ von Jan van der Roost. Auch hier hatte das SBO sich schwierige Kost vorgenommen, die an Virtuosität und Rhythmik sämtlicher Interpreten hohe Anforderungen stellte – die auch erfüllt wurden.

Neben aller Bläser-Pracht nicht hoch genug einzuschätzen war an diesem Abend die Rolle der Schlagwerker, die in der hintersten Reihe des Orchesters Instrumente und Positionen wechselten wie die Heinzelmännchen und das Klangerlebnis erst zu dem machten, was am Ende mit stehenden Ovationen gefeiert wurde.

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