Das Ziel einer Cyberattacke waren die Verwaltungen von zwei Ampertal-Gemeinden Anfang März. SymbOLBILD: BERG/DPA
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Das Ziel ist mehr Digitalisierung.

Germering

Stiftung will Unterricht digitaler machen

  • VonHans Kürzl
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Die Corona-Pandemie hat gezeigt: Digital ist wichtig, auch dort, wo es um Bildung und die Zukunft der Kinder geht. Die Germeringer Stiftung „Digitale Bildung“ will mit der Lernsoftware Brainix Unterricht und Lernen flexibler gestalten. Testversionen laufen bereits über die Region hinaus.

Germering – Deutsch, Fremdsprachen und Naturwissenschaften seien Fachgebiete, in denen die Lernsoftware Brainix gut einbezogen werden könnte, berichtete Stiftungsgründer Jürgen Biffar bei einem Online-Pressegespräch. Allerdings wird es noch eine Zeit lang dauern, ehe das Programm in diesem Umfang tatsächlich verfügbar ist. Denn aktuell ist Brainix lediglich für die sechsten Klassen in den Fächern Englisch und Mathematik angelegt.

Stiftungssprecher Friedrich Koopmann sagte im Rahmen des Gesprächs: „Die Gründung der Stiftung ’Digitale Bildung’ belegt, dass Defizite bestehen.“ Eine Anmerkung, die durchaus auch in Richtung Politik verstanden werden kann. „Richtige Lernwerkzeuge können Lernerfolge erhöhen“, fügt der Germeringer Jürgen Biffar hinzu.

Die Lernsoftware Brainix, deren Entwicklung bereits im Jahr 2019 begonnen wurde, nutzt vielfältige Interaktionsmöglichkeiten. Das soll auch helfen, ein Problem zu lösen, das in vielen Schulklassen während der Hochphase des Homeschooling offenkundig war: Wie kann ich sicherstellen, dass die Schüler dem Vermitteln des Lernstoffes tatsächlich aufmerksam folgen? Ein Mittel sei der Wechsel der Antwortmethode innerhalb einer Themeneinheit, erläuterte Biffar.

Zweite Testserie

Aktuell läuft die zweite Testserie bis zum Ende des laufenden Schuljahres an den Gymnasien in Beilngries und Oberviechtach sowie am Max-Born-Gymnasium in Germering. Um die Auswertung effektiv untersuchen zu können, ist sie bisher vom Umfang klein gehalten worden. Sogenannte Feldtestversionen wird es dann im neuen Schuljahr geben.

Erst 2024 oder 2025 werde man wohl eine Erweiterung auf mehr Fächer und Klassenstufen angehen können – allerdings wohl auf Unter- und Mittelstufe beschränkt. „In der Oberstufe lernt man doch individueller“, meint Stiftungsgründer Biffar.

Er sieht zudem zum Thema Lernsoftware noch eine ganze Menge Überzeugungsarbeit für die Stiftung „Digitale Bildung“: Denn für die Ministerien muss die Software mit den Lehrplänen harmonieren, Lehrkräfte müssen sie rasch bedienen können. „Das sollte genauso lange dauern, wie wenn sie sich in ein neues Schulbuch einarbeiten müssen.“ Auf der Schülerseite, so Biffar, sollten die Grundzüge des Arbeitens mit Brainix nach einem Tag sitzen. Das Programm ist zudem kein Datenfresser und mit wenig Administrationsaufwand verwaltbar.

Für Heiner Böttger von der der Katholischen Universität Eichstätt, einer weiteren Basis der Stiftung, ist die neue Software auch ein gutes Instrument, um versäumten Stoff nachzuholen. Damit ließe sich möglicherweise eine Folge der Corona-Pandemie mit den Lockdowns und Schulschließungen abfedern. Böttger bildet in Eichstätt Lehrer aus und ist nach eigenen Angaben passionierter Neurowissenschaftler. Neben Germering und Eichstätt befindet sich der dritte Standort der Stiftung in Sofia.

Was Brainix laut Jürgen Biffar nicht verhindern will: „Die Kinder sollen genauso traditionell wie auch analog lernen.“ Ebenso wenig werde es analoge Unterrichtsformen vollständig ersetzen. Ein wichtiges Element in der Zukunft der Schule werde es aber auf jeden Fall sein.

Zu Stiftung und Brainix

gibt es mehr Informationen unter https://www.digi-edu.org/brainix.

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