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Stromschlag auf der Baustelle

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Glück im Unglück hatte ein Straßanbauarbeiter. Er bekam einen Stromschlag, wurde aber nur leicht verletzt.
Der Arbeiter bekam einen Stromschlag. © Oliver Bodmer

Einen Stromschlag hatte ein Arbeiter im Mai vergangenen Jahres auf einer Baustelle im Stadtgebiet erlitten. Beim Abbau eines Gerüstes hatte der Mann ein von der Decke hängendes Kabel berührt, das unter Strom stand.

Germering – Schwer verletzt wurde er durch die 230 Volt aber nicht, außer Schmerzen hatte er keinerlei Verletzungen erlitten. Der direkte Vorgesetzte des Mannes bei der Gerüstbaufirma saß jetzt wegen fahrlässiger Körperverletzung auf der Anklagebank des Brucker Amtsgerichtes.

Der 41-Jährige hatte gegen einen Strafbefehl Einspruch eingelegt. Am Amtsgericht bestritt er jegliche Schuld. Als er am Unfalltag mit drei Mitarbeitern auf die Baustelle kam, sei ihm von dem dort zuständigen Mitarbeiter gezeigt worden, welches Gerüst er abzubauen habe, so seine Aussage. Dabei hätten er und der zuständige Mann so auf das Gerüst gesehen, dass nicht erkennbar war, was sich dahinter befand.

Er sei dann mit einem seiner Arbeiter zum Eingang der Baustelle gegangen um ihren Lkw zu holen. Den anderen beiden habe er gesagt sie sollten warten bis er zurückkomme. Doch gerade als er mit dem Lkw angefahren kam und ausstieg, hörte er einen lauten Schrei. Dann sah er, dass einer der beiden Männer von einem von der Decke hängenden Kabel einen Stromschlag erlitten hatte.

Die Frage vor Gericht war, ob der Angeklagte den Arbeiter angewiesen hat, mit dem Abbau des Gerüstes schon anzufangen oder ob er dem Albaner gesagt hat, er solle auf ihn warten. Der albanische Arbeiter, dem ein Freund als Dolmetscher zur Seite stand, erklärte dazu zunächst immer wieder, er habe gewusst, dass ein Gerüst abzubauen war. Also habe er halt mal angefangen mit der Arbeit. Letztlich aber räumte er ein: „Ohne Befehl hätte ich nicht angefangen.“

Der Mann, der dem Angeklagten gezeigt hatte, welches Gerüst abzubauen ist, stellte den Ablauf ganz anders dar. Die Arbeiter hätten an dem Tag schon ein ein Gerüst abgebaut. Er habe den Angeklagten gegen Mittag gebeten, ein weiteres abzubauen. Dass dabei Kabel vorhanden waren, auch Kabel, die unter Strom standen, räumte der Mann ein. Jedoch betonte er, dass die Kabel aufgerollt an der Decke befestigt seien. Diejenigen, die unter Strom standen, seien durch eine Klemme gesichert gewesen.

Dass dann doch Kabel später von der Decke hingen, erklärte er damit, dass dies wohl beim Abbau des Gerüstes passiert sei. „Es wurde wohl nicht so abgebaut, wie man es hätte machen müssen,“ lautete seine Aussage. Denn die Kabel von der Decke und die Klemmen von den stromführenden Kabeln abzureißen, dazu benötige man Kraft.

Der Albaner aber hatte ausgesagt, dass die Kabel bereits von der Decke hingen als er mit der Arbeit begonnen habe. Er sei davon ausgegangen, dass diese nicht unter Strom stehen. Geklärt wurde der Vorfall zunächst nicht. Der Angeklagte war nicht dazu bereit, dass sein Verfahren gegen Geldauflage eingestellt wird. Im Dezember wird jetzt weiter verhandelt. Dann sollen unter anderem die beiden weiteren Kollegen des 41-Jährigen als Zeugen gehört werden.  (sus)

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