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Freuten sich über die Gratulanten (sitzend, v.l.): Valentin Csete mit Frau Käthe. Die stellvertretende Landrätin Martina Drechsler (stehend v.l.), OB Andreas Haas sowie Adi und Magda Schebesta feierten mit dem Ehepaar.

Eine Familienfeier zum Runden

Ein Germeringer wird 100 - so verlief sein langes Leben

Germering - Valentin Csete ist am Montag 100 Jahre alt geworden. Unglaublich. Bei der Feier erzählte er von früher - von damals, als er und seine Frau sich beim Hartlwirt kennenlernten. 

Mit einem großen Geschenkkorb und vielen Glückwünschen begrüßte Andreas Haas den Jubilar gestern. Bereits am Montag wurde Csete 100 Jahre alt. Er kam am 4. Juli 1916 in Neudorf in Siebenbürgen auf die Welt. Siebenbürgen gehörte damals noch zu Ungarn. „Er wuchs mit zehn Geschwistern auf“, erzählt sein Schwiegersohn Adi Schebesta.

Csete ist gelernter Schlosser und Schweißer. 1941, also mit Mitte 20, kam er auf Anordnung des ungarischen Arbeitsamtes nach Deutschland. Dort arbeitete er bei den Dornier-Werken, einem ehemaligen deutschen Flugzeughersteller. Er war in den Niederlassungen in Friedrichshafen, Oberpfaffenhofen, Wismar und Neuaubing. „An der Front war er aber nie“, erzählt seine Tochter Magda Schebesta. In Neuaubing lebte Csete gemeinsam mit Kriegsgefangenen in einem Lager. „Doch mein Vater wurde für seine Arbeit bezahlt und hatte freien Ausgang“, sagt die 67-Jährige weiter.

Wenig später zog er nach Germering in die Dorfstraße. Beim ehemaligen Gasthof Hartlwirt lernte er 1947 seine Frau Käthe kennen. Käthe Csete, 1926 im ehemaligen Jugoslawien geboren, arbeitete mit ihrer Mutter beim Hartlwirt. „Meine Mutter war schon immer sehr direkt“, sagt Magda Schebesta: „Mein Vater ist ihr Ruhepol.“ Ein Jahr später heiratete das Paar und beide nahmen die deutsche Staatsbürgerschaft an. Sie bekamen einen Sohn und eine Tochter.

Die Familie lebte in einfachen Verhältnissen in einer Hütte in der Dornierstraße. „Unser Bad war abseits vom Haus in einer Steinbaracke“, sagt Magda Schebesta. Auch ein Auto hatten ihre Eltern nie. „Aber Vati war immer ein Tüftler“, erzählt sie. So habe er regelmäßig alte Fahrräder repariert und auch einen Toilettenstuhl für die Wohnung gebaut. Auch als die Familie 1961 ihr eigenes Haus baute, half er tatkräftig mit.

Die gemeinsame Leidenschaft des Ehepaars war über Jahrzehnte hinweg das Tanzen. Bis vor zehn Jahren schwangen die beiden noch regelmäßig das Tanzbein. „Wir tanzten in der Stadthalle, beim Hartlwirt und im Sonnenhof“, sagt Käthe Csete. „Das waren noch Zeiten.“

Mittlerweile lässt es das Ehepaar ruhiger angehen. Mit Unterstützung ihrer Kinder und des Sozialdienstes leben sie aber noch immer in ihrem Haus. Ab und zu kommen die vier Enkel und vier Urenkel zu Besuch. Die Enkelkinder spielen gern auf der Schaukel im Garten ihrer Großeltern.

Von Regina Mittermeier

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