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Spieletag an der Theresen-Grundschule: Schüler freuen sich über neue Brettspiele. Im Hintergrund stehen OB Andreas Haas und die Pädagoginnen Elfriede Hilmer und Silvia Piott (r.).

Schule gewinnt Wettbewerb

Theresen-Grundschule setzt auf Brettspiele

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Germering – In Zeiten von Tablets und Smartphones spielen Kinder immer weniger miteinander. Die Theresen-Grundschule hat nun rund 80 Brettspiele bekommen. Sie sollen im Unterricht zum Einsatz kommen.

Als Germerings OB Andreas Haas das rote Band durchschneidet und die beiden Schranktüren unter Trommelwirbel öffnet, gibt es in der Turnhalle der Theresen-Grundschule kein Halten mehr. 400 Grundschüler jubeln und reißen die Arme nach oben. Sie rufen: „Spieletag, ganz viel Spaß, ein guter Tag.“

Der Dienstag ist wahrlich ein besonderer Schultag für die Erst- bis Viertklässler gewesen. Seitdem gibt es in allen vier Stockwerken so genannte Spiele-Stationen. Das sind Rollschränke, in denen sich unter anderem Brett- und Gesellschaftsspiele sowie Playmobil befinden. Die Lehrer sollen die Gegenstände bei Gelegenheit in den Unterricht einbinden, um den natürlichen Spieltrieb der Kinder anzuregen. Lehrerin Elfriede Hilmer sagt: „Spielen fördert Experimentierfreude, Kommunikation, Regelverständnis, Kreativität, logisches Denken und Teamgeist. Spielen macht schlau.“

Die Theresen-Grundschule hat die Ausstattung im Rahmen eines bundesweiten Wettbewerbs gewonnen. Dieser geht zurück auf die Initiative „Spielen macht Schule“ des Vereins „Mehr Zeit für Kinder“ und Transferzentrums für Neurowissenschaften der Uni Ulm. Bis Juni 2016 hatten Schulen Zeit, eine Bewerbung einzureichen. Eine Jury kürte die besten Konzepte. Deutschlandweit haben 203 Schulen eine Spiele-Sammlung bekommen. Der Verband der Spielwarenindustrie stellt die Waren zur Verfügung.

Lehrerin Elfriede Hilmer und Sozialpädagogin Silvia Piott haben die Theresen-Grundschule beim Wettbewerb angemeldet. Rund 80 Spiele sind der Einrichtung zugeschickt worden, ein jedes in vierfacher Ausfertigung für die jeweiligen Stockwerke. Hinzu kommen Spielzeug-Bauernhöfe oder -Ritterburgen.

Die Idee ist, Kindern in Zeiten von Tablets und Smartphones das klassische Spielen wieder näherzubringen. Hilmer sagt: „Es sind bewusst viele Brettspiele dabei.“ Schließlich komme das heutzutage oft zu kurz. Das liege auch daran, dass Eltern immer weniger Zeit hätten, mit ihren Kindern solche gesellschaftlichen Spiele zu spielen. Das sehe sie auch bei Kindern der Theresen-Grundschule. „Viele schauen sehr viel Fern.“ Ihre Kollegin Silvia Piott nennt einen weiteren Vorteil. Sie sagt, an der Schule gebe es viele unterschiedliche Nationalitäten. „Spielen fördert die Sprache“ – und trage insofern einen Teil zur Integration bei.

Die Spiele sollen insbesondere in den allgemeinen und individuellen Förderstunden zum Einsatz kommen sowie im Vorkurs Deutsch und den Regenpausen, also wenn es draußen regnet und die Kinder die Pause im Gebäude verbringen müssen.

Die Schüler haben die Spiele in ihren Klassen am Dienstagvormittag bereits getestet. Da viele die Regeln der einzelnen Spiele nicht kennen, haben die Lehrer vorab Schüler ausgebildet, sogenannte „Multiplikatoren“, wie Hilmer sagt. Sie sollen ihren Schulkameraden die Regeln und das Spielen erklären.

rat

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