Symbolbild: Friso Gentsch/ dpa
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Symbolbild: Friso Gentsch/ dpa

Germering

Todesfahrer steht vor Gericht

  • Angela Walser
    vonAngela Walser
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Vor dem Landgericht München II beginnt heute ein seltener Prozess. Es geht um Suizid und Mord und um ein Fahrzeug als Mordwerkzeug. Angeklagt ist ein 57-jähriger Germeringer.

Germering/Krailling – An einem April-Nachmittag 2020 steuerte er auf der Neuen Gautinger Straße im Gemeindebereich Krailling seinen VW-Transporter in den Gegenverkehr. Es kam zur Kollision. Ein 63-Jähriger erlitt tödliche Verletzungen. Er verstarb noch am Unfallort. Ab heute muss sich der Unfallverursacher wegen Mordes verantworten.

Die Staatsanwaltschaft geht vom Mordmerkmal der Heimtücke aus. Auch wenn der Wagen auf den Getöteten zufuhr und der Lenker im allerletzten Moment reflexartig bremste und versuchte, auszuweichen, hatte er keine Chance, den initiierten Unfall zu vermeiden. Dass der Angeklagte aufgrund einer Unachtsamkeit oder aufgrund Sekundenschlafs in den Gegenverkehr geriet, schließt die Staatsanwaltschaft aus.

Der Unfallhergang soll mit der Kamera eines nachfolgenden Autos gefilmt worden sein. Dabei ist zu sehen, dass der Wagen ruckartig und ungebremst auf die Gegenspur gelenkt wurde. Laut Gutachten soll der Mann noch im Unfallmoment das Gaspedal gedrückt haben und mit Tempo 120 gefahren sein. Schwer verletzt wurde er ins Krankenhaus Harlaching geflogen. Er erlitt mehrere offene Brüche. Durch den Aufprall war der Wagen des 63-Jährigen von der Straße geschleudert worden. Erst ein Baum konnte das Fahrzeug stoppen. Die suizidalen Absichten des 57-Jährigen müssen im Verfahren herausgearbeitet werden. Aber offenbar gibt es Äußerungen vor der Kollision, die darauf schließen lassen, dass sich der Angeklagte mit Selbstmordgedanken befasst hatte.  wal

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