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„Die Selbstständigkeit war mein Ziel und die Arbeit immer auch mein Hobby.“Hartmut Writzel Am Freitag ist Schluss: Sieglinde und Hartmut Writzel schließen ihr Modegeschäft Trendhaus und gehen in den Ruhestand.

Geschäftsaufgabe

Trendhaus schließt: Eine Ära geht zu Ende

Der Name war Programm: 29 Jahre lang haben die Kunden im Modegeschäft Trendhaus in Germering Kleidung im zeitgemäßen Stil kaufen können. Doch damit ist jetzt Schluss. Das Trendhaus schließt. Ein Nachfolger wurde nicht gefunden.

Germering – Eine fast 30-jährige Ära am Bahnhofskreisel geht zu Ende: Das Modegeschäft Trendhaus schließt an diesem Freitag. Die Inhaber Sieglinde und Hartmut Writzel hatten seit 1988 mit ihrem Damenbekleidungsgeschäft für frischen, modischen Wind in der Germeringer Einkaufsszene gesorgt.

Und das nicht nur im Modebereich, denn: „Wir hatten von Beginn an durchgehend geöffnet und als Gewerbeverbandsmitglied setzte ich mich auch für verkaufsoffene Sonntage ein“, erzählt Hartmut Writzel.

Die Eheleute Writzel sind beide über 70 Jahre alt – also durchaus im ruhestandsfähigen Alter. „Wir versuchten über zwei Jahre lang einen Nachfolger zu finden, leider ohne Erfolg“, sagt Writzel. Mit ein Grund dafür waren die Geschäftsräume.

Die Ladenfläche umfasst 400 Quadratmeter auf zwei Etagen. „Das war vielen Interessenten zu groß, andere schreckten vor dem Mietzins zurück“, berichtet der Geschäftsmann. Außerdem würden viele junge Menschen vorzugsweise im Internet einkaufen.

Trotz dieses Trends hat das Trendhaus bis heute überlebt, denn er habe zeitig darauf reagiert und mittelpreisige Damenmode für Frauen ab 30 in seinem Geschäft angeboten. Gleichwohl schreckten mögliche Käufer des Trendhauses vor dem Internet-Boom zurück.

Germering bräuchte Writzels Meinung nach ein Kaufhaus, das Damen-, Herren- und Kindermode unter einem Dach anbietet. „Früher hatten wir in Germering 14 Boutiquen heute gerade mal noch zwei“, erzählt Writzel, der früher Zentraleinkäufer bei Hettlage war und aus einer Kaufmannsfamilie stammt.

„Die Selbständigkeit war mein Ziel und die Arbeit immer auch mein Hobby“, sagt er rückblickend. Nun freut er sich gemeinsam mit seiner Frau Sieglinde auf den Ruhestand. Pläne dafür gibt es schon: Das Paar will viel reisen und in den Bergen wandern. „Das ist zwar nicht unbedingt zu kurz gekommen, aber ab jetzt können wir es ganz unbeschwert und unabhängig genießen.“ (akk)

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