Das Foto zeigt die Blutspender Franz Mück, Christine Eberle und Sylvia Huber mit (vorne v.l.) Georg Götz, Felix Brunner und Gela Allmann sowie (hinten, 2.v.l.) Andrea Löw und Wilhelm Huber (r., beide BRK-Kreisverband).

In Germering

Treue Blutspender werden als Lebensretter geehrt

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Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) hat in der Stadthalle Germering 291 Menschen aus Oberbayern geehrt, die besonders häufig Blut gespendet haben.

Germering –  Einer, dem dies das Leben gerettet hat, war ebenfalls vor Ort. 800 Blutkonserven, also 400 Liter Blut, hat der 28-jährige Felix Brunner nach einem Unfall benötigt, der ihn vor neun Jahren an den Rollstuhl fesselte. „Eine unglaubliche Menge, aber ohne die hätte ich nicht überlebt,“ erklärte der Allgäuer. Er hat daraus den Schluss gezogen, andere zu motivieren und zu erklären, wie wichtig es ist, Blut zu spenden.

Großer Bedarf an Blutspenden

Wie groß der Bedarf ist, verdeutlicht Patric Nohe, Sprecher des BRK-Blutspendedienstes, anhand von wenigen Zahlen. 2000 Blutkonserven würden je Tag benötigt. Gelagert werden können sie aber höchstens 42 Tage. Rund 1100 stationäre und etwa 4500 mobile Stellen in Bayern dienen als Anlaufstation. Nur zwölf Prozent derer, die eine Blutspende benötigen, sind übrigens Unfallopfer. Weit mehr sind durch Krankheiten davon betroffen.

Bereitschaft zum Blutspenden am Land größer

Das Potential an Blutspendern in Bayern wäre eigentlich hoch. Rund 9,2 Millionen Menschen sind zwischen 18 und 72 Jahren alt und dürfen deswegen spenden. Die Zahl der tatsächlichen Blutspender im Freistaat liegt jedoch nur bei knapp 300 000, erklärte BRK-Vertreter Georg Götz. Dabei sei die Spendenbereitschaft in den städtischen Bereichen deutlich geringer als auf dem Land.

„Umso wichtiger ist Ihr Beitrag“, bedankte sich Götz bei den in der Stadthalle versammelten Spendern: „Sie sind Helfer im Stillen, weil sie nicht wissen, wem sie Leben retten.“

Etwa 38 100 Blutspenden hat das BRK in Oberbayern im Jahr 2018 verzeichnet. Der Anteil an weiblichen und männlichen Gebern ist dabei fast identisch.

 Gela Allmann, Model und Bergsportlerin aus Indersdorf, hat wie Felix Brunner davon profitiert. Bei einem Fotoshooting in Island hatte sie den Halt verloren und war einen 800 Meter langen Hang hinab gestürzt. „Ich war mir sicher, sterben zu müssen“, erinnerte sich Allmann an jene Augenblicke. Eiserner Willen sowie die Familie hätten ihr sehr geholfen. „Und die Blutspenden.“ Das Motto „Schenke Leben – spende Blut“ empfinde sie als sehr zutreffend. Der TV-bekannte Moderator Michael Sporer führte für den BRK schon zum sechsten Mal durch einen Dankesabend für Blutspender. Auch er betonte die Wichtigkeit der Aufgabe: „Wir kämpfen für eine gute Sache und gegegen Gleichgültigkeit.“ Die oberbayerischen Blutspender seien ein gutes Vorbild.  hk

Blutspenden selbstverständlich

Für die Gröbenzellerin Christine Eberle ist Blutspenden selbstverständlich. „Es macht ein gutes Gefühl, wenn man Menschen helfen kann.“ Die 58-jährige wurde dafür geehrt, dass sie bislang 75 mal Blut gespendet hat. Sie sei 1983 durch ihren Mann dazu gekommen. „Und dann bin ich eben dabei geblieben“, erzählt Eberle, die mit A-negativ zudem eine gefragte Blutgruppe aufweist. Für die Mutter von zwei erwachsenen Kindern ist der Ablauf einer Spende keine Belastung. Der zeitliche Aufwand sei gering. Die Ehrung empfindet sie „als eine feine Geste der Anerkennung“. Dies gilt gleichermaßen für Sylvia Huber (Mammendorf), Franz Mück (Landsberied) und Ingeborg Rath (Fürstenfeldbruck), die ebenfalls 75 mal spendeten. Für 125 Spenden wurde der Moorenweiser Werner Diemer ausgezeichnet.

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