Am S-Bahnhof soll heuer eine Toiletten-Anlage gebaut werden.

Hauptausschuss

Trotz Steuerminus: Der Stadt geht’s gut

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Der städtische Haushalt hat ein Volumen, das sogar OB Andreas Haas erstaunt. Es liegt bei 117 Millionen Euro und veranlasste Haas bei den Vorberatungen im Hauptausschuss zum Satz: „In dieser Größenordnung habe ich das noch nicht gehabt.“

Germering Die Stadt muss im laufenden Jahr zwar mit einem Steuerminus von rund 2,5 Millionen Euro und geringeren Schlüsselzuweisungen des Freistaats von 4,1 Millionen Euro zurechtkommen, Dennoch sagte Rathauschef Haas bei der Beratung im Ausschuss, dass es der Stadt wirtschaftlich gut gehe. Das zeige sich an den zahlreichen großen Bau-Projekten, die die Stadt schultern kann. Aber auch an den vielen anderen Pflichtaufgaben und unabweisbaren Dingen, die bezahlt werden. Allerdings müsse man weiter sorgfältig bleiben. Schlechte Zeiten wie in den Jahren 2004 oder 2009/2010, als die Stadt große Finanzprobleme hatte, bräuchte er nicht wieder.

Kämmerer René Mroncz erklärte in einem kurzen Überblick, dass sich die Rahmenbedingungen für die Stadt einerseits gefestigt hätten. Andererseits müsse man aber mit höheren Personalkosten (plus 1,06 Millionen Euro) und zusätzlichen laufenden Kosten wegen des weiteren Ausbaus der Kinderbetreuung und für den Unterhalt der örtlichen Infrastruktur, die auf einem hohen Niveau sei, rechnen.

Mroncz ist zuversichtlich, dass sich im laufenden Jahr die Hauptsteuereinnahmen der Stadt positiv entwickeln werden. Gegenteilige Erkenntnisse gebe es derzeit nicht. Allerdings sei nicht greifbar, wie sich die geopolitische Lage auf die Finanzen der Stadt auswirkt und ob die stabile wirtschaftliche Lage nachhaltig Bestand habe. Ebenfalls abzuwarten bleibt aus Sicht des Kämmerers, ob sich der positive Trend auf dem Arbeitsmarkt fortsetzt.

Um alle Investitionen schultern zu können, müsse die Stadt heuer ein Darlehen von rund zehn Millionen Euro aufnehmen. Die Nettokreditaufname betrage aber nur 5,8 Millionen Euro. Allerdings müssten die liquiden Mittel von zwölf Millionen Euro im Jahr 2018 auf nur noch 30 000 Euro im Jahr 2021 abgeschmolzen werden.

Der Schuldenstand wächst im selben Zeitraum von aktuell 27,3 Millionen auf dann 33,3 Millionen Euro. Umgerechnet auf den einzelnen Bürger sind dies 813 Euro je Germeringer. Das ist zwar mehr als der Landesdurchschnitt von 654 Euro bei kreisangehörigen Kommunen mit mehr als 10 000 Einwohnern, erklärte Haas. Allerdings stamme der Vergleichswert aus dem Jahr 2016, sei also schief. Aber: „Einen aktuellen Wert gibt es nicht.“

Millionen für Schulen, Kaserne und Bahnhofs-Klo

Rund 22 Millionen Euro investiert die Stadt heuer in Bauvorhaben, Sanierungen, Unterhalt und Ausstattung der städtischen Einrichtungen. Im Finanzplan bis 2021 kommen noch einmal rund 34 Millionen Euro dazu. Die einzelnen Posten reichen vom Kaffeeautomaten für das OB Büro – veranschlagt sind hier 1000 Euro, sie werden aber nur fällig, wenn die aktellen Maschine ihren Geist aufgibt – bis hin zur aktuell größten städtischen Investition: Neubau und Erweiterung der Wittelsbacher- und Theresenschule verschlingen bis zur Fertigstellung rund 33 Millionen Euro. 

Weitere wichtige und interessante Vorhaben sind: Ehemalige Kaserne an der A 96: Heuer soll ein Wettbewerb über die Zukunft des Areals abgeschlossen werden. „Was rauskommt, wissen wir noch nicht,“ versicherte der Rathauschef.

 Im Jahr 2019 sind dann mit 230 000 Euro erste Planungskosten eingestellt. Und für 2021/2022 sind insgesamt rund 5,2 Millionen Euro an Baukosten im Haushalt eingeplant. Für die zwei Feuerwehren gibt die Stadt bis 2022 rund 5,2 Millionen Euro aus. Das Geld wird für Ausrüstungsgegenstände und Fahrzeuge sowie für Erweiterungsbauten benötigt. Während letztere beim Feuerwehrhaus Unterpfaffenhofen abgeschlossen sind, sind jetzt die Germeringer dran. Bis 2021 sind dafür rund 1,8 Millionen Euro verplant.

 Die Schulerneuerungen und -erweiterungen fordern die Stadt auch unabhängig von der Wittelsbacher- und Theresenschule. Die Generalsanierung der Kirchenschule soll nächstes Jahr mit einem Architektenwettbewerb eingeleitet werden. Sie soll allerdings erst 2022 beginnen und geschätzt zehn bis zwölf Millionen Euro kosten. Die Kerschensteinerschule ist früher dran. Für die Erweiterung mit Neubau der Turnhalle werden heuer eine Million und bis 2021 weitere sieben Millionen Euro fällig. 

Auch der Abenteuerspielplatz wird zur Baustelle. Nächstes Jahr wird das in die Jahre gekommen Spiel- und Verwaltungsgebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Als Übergangslösung wird ein Container aufgestellt. Gesamtkosten des Projekts: 1,9 Millionen Euro. Das Hallenbad wird für rund 7,1 Millionen Euro erweitert und attraktiver gemacht. 

Obwohl wahrscheinlich erst 2019 gebaut wird, fallen heuer schon 1,1 Millionen Euro an. Der Bau einer WC-Anlage am Bahnhof im Zentrum stand vor Jahren schon einmal zur Diskussion, ist allerdings nie realisiert worden. Jetzt soll es endlich geschehen. 220 000 Euro sind heuer dafür vorgesehen. Beschlossen sei es zwar noch nicht, sagte OB Andreas Haas. Auch der Standort stehe noch nicht fest. Er sei aber zuversichtlich, dass es klappt. Im März habe man deswegen einen Gesprächstermin mit Vertretern der Bahn. Dabei gehe es auch um Verbesserungen am Bahnhof Harthaus.

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