Der Baumarkt wurde überfallen.
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Der Baumarkt wurde überfallen.

Germering

Überfall auf Baumarkt: Angeklagter zu langer Haftstrafe verurteilt

  • Angela Walser
    vonAngela Walser
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Germering – Das Landgericht München II hat einen Baumarkt-Räuber zu sechs Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. In das Urteil wurde eine Haftstrafe über fünf Jahre und acht Monate des Landgerichts Lübeck eingebunden.

Germering - Zusammen mit einem Komplizen (32) hatte der Angeklagte (31) im September 2014 den Hagebaumarkt in Germering überfallen und 62 000 Euro erbeutet. Das Verfahren gegen den Spezl war wegen einer Begutachtung frühzeitig abgetrennt worden. Am vorletzten Verfahrenstag hatte der 31-Jährige die Tat gestanden.

Vor sechseinhalb Jahren war der Angeklagte mit seinem Landsmann aus dem Kosovo wie ein Kunde in den Baumarkt spaziert. Mit Ladenschluss ließen sich die beiden Männer versteckt einsperren. Doch der Bewegungsmelder reagierte sofort. Als der stellvertretende Filialleiter nach dem Rechten schauen wollte, überwältigten ihn die Männer. Zusammen mit einer Kassenangestellten musste er den Tresor aufsperren.

Über eine weitere Straftat in Norddeutschland wurde das Einbrecherduo überführt. Es saß längst in einem Lübecker Gefängnis. Der 31-Jährige hatte sich bereits darauf eingestellt, in den Kosovo abgeschoben zu werden. Es gab einen Platz im Flieger, als am Vorabend der Haftbefehl aus München eintraf. Offenbar hatte ein Mitgefangener die beiden verraten.

Mit der Beute sollten der Lebensunterhalt bestritten und Schulden bezahlt werden. 20 000 Euro waren dem 31-Jährigen geblieben. Einen nicht geringen Anteil mussten die Täter an den Tipp-Geber bezahlen. Der Rest des Anteils wurde eingezogen.

Auch wenn sein Verteidiger beteuerte, dass sein Mandant niemals hätte Gewalt anwenden wollen, so gingen die beiden Überfallenen doch von scharfen und nicht von Schein-Waffen aus, die da auf sie gerichtet worden waren. Dem Chef, der auch einige Schläge abbekam, hing der Überfall psychisch noch lange nach. Die Staatsanwältin forderte auch deswegen sieben Jahre Gefängnis. Der Verteidiger wollte ein halbes Jahr weniger. Er bat das Gericht abschließend noch, sich einer Abschiebung nicht entgegenzustellen.  wal

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