Buchen stehen bei Sonnelicht in einem Wald.
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Buchen stehen bei Sonnenlicht in einem Wald.

Bilanz

Umweltbeirat will naturfreundlicher nachverdichten

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Coronabedingt endet die Amtszeit für die Mitglieder des Umweltbeirates nicht wie sonst nach sechs Jahren – es geht in die Verlängerung. Der Vorsitzende und sein Vize zogen dennoch bereits Bilanz.

Germering – Die Amtszeit des Umweltbeirats geht offiziell mit der Jahreswende zu Ende. Weil wegen Corona seit Monaten keine Sitzung möglich war und auch kein neuer Beirat berufen werden konnte, hat die Stadt eine Lösung gesucht – und auch gefunden. OB Andreas Haas teilte in der Weihnachtssitzung des Stadtrats mit, dass die Beiräte kommissarisch im Amt bleiben. Der Vorsitzende Herbert Kraus und sein Stellvertreter Elmar Schulte haben dennoch eine Bilanz der sechsjährigen Arbeit vorgelegt.

Eine Vielzahl von Themen wurde behandelt. Prägend seien dabei die geplanten Baumaßnahmen, insbesondere die Erweiterung des Gewerbegebiets Nord sowie die angedachte Bebauung auf dem Kreuzlinger Feld. Vielen Mitgliedern würden die mit der Nachverdichtung verbundenen Auswirkungen große Sorgen bereiten, hieß es.

Gelegentlich schaute das Gremium über den Tellerrand: Planungen rund um den Flughafen Oberpfaffenhofen, in den Wäldern Richtung Planegg oder in Freiham wurden ebenso verfolgt und diskutiert. „Der Umweltbeirat hat darauf zwar keinen direkten Einfluss. Da aber beispielsweise der Grundwasserstrom über Oberpfaffenhofen zu uns führt und die Wälder rund um Germering nicht nur zur Naherholung dienen, sondern auch einen wertvollen Beitrag auf das Stadtklima ausüben, wollten wir die Entwicklungen im Auge behalten“, sagte Krause.

Fast schon wie ein Weihnachtsgeschenk mag für viele Mitglieder die Tatsache wirken, dass die Stadt seit November die Stelle eines Klimamanagers besetzt hat. Die beiden Vorsitzenden würdigen auch die weiteren Bemühungen des Stadtrats und der Verwaltung. So wurde beispielsweise damit begonnen, die Beleuchtung in öffentlichen Gebäuden sowie die Straßenbeleuchtung auf energiesparende Leuchtmittel umzustellen. Er berichtet weiter, dass außerdem die im Jahr 2019 gestartete Messung von Emissionen in der Luft vom Gremium sehr begrüßt wurde.

Mit Freude nahmen die Mitglieder auch andere angekündigte Maßnahmen und Bemühungen auf, wie beispielsweise um die Errichtung weiterer Fahrradstraßen, die Entsiegelung des Volksfestplatzes, die Initiative zur Pflanzung von Bäumen oder die Einführung eines Pfandsystems für Kaffeebecher. „Ich freue mich auch, dass in den letzten Monaten ein finanzieller Zuschuss zum Kauf von Lastenfahrrädern beschlossen wurde, die Bus-Verbindung Ende 2021 stark erweitert und die Wartehäuschen begrünt werden sollen“, ergänzt Schulte.

„Wir wünschen uns, dass der eingeschlagene Weg nicht nur kontinuierlich weiter verfolgt, sondern noch intensiviert wird“, erklären beide Vorsitzenden übereinstimmend. Sie erhoffen sich, dass insbesondere bei Nachverdichtungen, wie auch bei großflächiger Neubebauung, das Augenmerk mehr auf eine umweltgerechte Planung und Ausführung gerichtet wird. „Einerseits geht durch die Bautätigkeiten meist nicht nur viel wertvoller Mutterboden verloren, es verbleibt oft auch nur wenig Platz für die Flora“, führt Schulte aus. Neu erschlossene Gebiete sowie die Nachverdichtung erhöhen nicht nur das Verkehrsaufkommen, sie verändern auch die Verkehrsströme. „Im Gremium haben wir oft über diese Sorgen diskutiert. Auch dieses Thema bewegt die Leute“ erklärt Krause.

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