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Klassische Geigerin trifft auf politischen Liedermacher: Anna Katharina Kränzlein und Prinz Chaos (Florian Kirner) bei ihrem gemeinsamen Auftritt im Amadeussaal.

„Rebellische Saiten“ 

Ungewöhnliches Duo harmoniert hervorragend

Politischer Liedermacher trifft klassische Geige und Mittelalter-Rock: Dass diese ungewöhnliche Mischung funktioniert, bewiesen Prinz Chaos und Anna Katharina Kränzlein beim Premieren-Konzert ihres neuen Duos „Rebellische Saiten“ im Amadeussaal der Stadthalle. Der Auftritt macht Appetit auf mehr.

Germering – Prinz Chaos – mit bürgerlichem Namen Florian Kirner – und Anna Katharina Kränzlein müssen niemandem mehr etwas beweisen. Der aus Eichenau stammende Kirner ist ein fester Bestandteil der Liedermacher-Szene. Die Puchheimerin Kränzlein sammelte mit den Mittelalter-Rockern von Schandmaul viel Bühnenerfahrung und hat als klassische Geigerin bereits drei Solo-CDs veröffentlicht.

Dennoch gaben beide zu, dass sie vor ihrem ersten gemeinsamen Auftritt im größeren Rahmen nervös waren. Schließlich ist der Stil-Mix, den die beiden mit dem neuen Projekt bieten, nicht alltäglich. Auf der Bühne merkte man dem Duo die flatternden Nerven aber nicht an. Im bei Clubbestuhlung nicht ganz voll besetzten Amadeussaal zeigten die beiden, dass die Mischung ihrer Einflüsse wunderbar funktioniert.

Die Hauptarbeit beim Gesang übernahm Kirner. Wenn Kränzlein zum Mikro Schritt, lud sie mit ihrer glasklaren Stimme zum Träumen ein. Bei der Songauswahl dominierten die Stücke von Kirners aktueller CD „Väter & Söhne“, so zum Beispiel „Madiba Mandela“ oder „Michael Jackson in Olching“. Kränzlein schaffte es mit ihrem virtuosen Spiel auf Geige, Cello und Drehleier, vorher nicht vermutete barocke und klassische Seiten der Lieder herauszukehren.

Das von Kränzlein komponierte Schandmaul-Stück „Auf hoher See“ funktionierte auf der anderen Seite auch im Liedermacher-Kontext und mit Waldzither hervorragend. Mit dem ersten gemeinsam komponierten Lied „Boomende Stadt“ zeigte das Duo, welches Potenzial in ihrer Zusammenarbeit schlummert. Dafür gab’s den Applaus des Publikums.

  Andreas Daschner

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