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Bei den Abrissarbeiten der alten Turnhalle sind unerwartet viele Schadstoffe zu Tage gefördert worden. Der Aushub muss für viel Geld entsorgt werden. 

Großbaustelle an der Kerschenstenerstraße

Unter der Schule liegt viel Müll

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Die Erweiterung und Sanierung der Wittelsbacher Mittel- und Grundschule hat noch gar nicht begonnen, da gibt es schon eine Kostensteigerung von fast 700 000 Euro. Geschuldet ist dies vor allem dem unerwartet teuren Abriss.

Germering

Im August ist mit dem Abbruch der alten Turnhalle und dem dort angesiedelten Lehrschwimmbecken sowie des Hausmeisterhauses an der Wittelsbacherstraße begonnen worden. Diese Arbeiten sind mittlerweile beendet, wie Bauamtsmitarbeiter Peter Obermayer im Stadtrat berichtete. Der Rohbau für die neuen Sporthallen und die so genannte Betreuungsbrücke habe begonnen. Die Einrichtung der Baustelle für die Erweiterung der Grundschule wird nächste Woche folgen.

Bei diesen zunächst positven Nachrichten beließ es Obermayer aber nicht. Insgesamt sind ihm zufolge aus den unterschiedlichsten Gründen schon Baukostenmehrungen in Höhe von rund 700 000 Euro zu beklagen. Das sind zwar nur rund 1,8 Prozent der veranschlagten Gesamtkosten von rund 33 Millionen Euro. Außerdem liege man damit noch innerhalb eines eingeräumten Puffers, wie OB Andreas Haas sagte. Allerdings sind auch erst 22 Prozent der notwendigen Bauleistungen ausgeschrieben.

Etwa 190 000 der 700 000 Euro sind der Unterkellerung der Grundschule geschuldet. Sie sind unter dem Punkt Kostensteigerung aufgeführt, weil die Unterkellerung nicht im ursprünglichen Projektrahmen enthalten war.

Der nächstgrößte Brocken beim Kostenanstieg fällt auf die Erdarbeiten des Abrisses. Wie Obermayer erklärte, hat es hier trotz vorher durchgeführter Probebohrungen gewaltige Überraschungen gegeben. Zunächst wurde festgestellt, dass die Baugruben vor 53 Jahren, damals wurde die Schule gebaut, um einiges großzügiger waren als jetzt. Es fiel deswegen auch mehr Material an. Dieser Aushub war dann auch noch mehr mit Schadstoffen verunreinigt, als vermutet: „Wir haben Stoffreste, Schutt, Rohre, Kabel, Betonbauteile und anderes zutage gefördert.“ Die Art der Verunreinigung musste dann durch einen Experten geprüft werden. Erst dann konnte entschieden werden, zu welcher Sonderdeponie der Aushub gefahren werden konnte.

Doppeltes Pech hatte man dabei an einem eng umgrenzten Bereich. Hier wurden in der Erde Kohlenstoffe entdeckt. Für diese Art von Bauschutt gibt es in Deutschland gar keine Deponie mehr, erzählte Obermayer den verdutzten Stadträten. Der Sondermüll muss jetzt mit sechs bis acht Lkw-Fuhren ins Ausland transportiert werden. Das kostet nicht nur, sondern führt auch zu einer kleinen Zeitverzögerung. Insgesamt sind wegen der Verunreinigungen Mehrkosten von rund 120 000 Euro entstanden.

Angefallen sind zudem Kosten, die nicht im Projekt eingeplant waren: Die Verkehrsicherung an der Baustele kostet 40 000 Euro, provisorische Lagercontainer für die Schule 58 000 Euro und die Miete von Ersatzräumen für die Musikschule über einen Zeitraum von sechs Jahren – so lange dauert der Bau – 22 800 Euro. Die Miete für die notwendige Hausmeisterwohnung in diesem Zeitraum kostet außerdem 47 000 Euro mehr als gedacht.

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