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Zerfetzte Gesangbücher, zerstörte Dekoration, Urin und Fäkalien im Kirchenraum.

St. Cäcilia in Germering

Vandalismus: Videoüberwachung in Kirche

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Weil die St.-Cäcilia-Kirche im Germeringer Stadtteil Harthaus zuletzt immer öfter von Rowdies heimgesucht wurde, wird das Gotteshaus künftig mit einer Videokamera überwacht.

Germering - Offene Gotteshäuser gehören zu den Grundsätzen der katholischen Kirche. In St. Cäcilia in Harthaus kann dies zurzeit aber nicht umgesetzt werden. Die Kirche ist zu. Der Grund: Unbekannte haben wochenlang immer wieder den Innenraum versaut. Eine Videoüberwachung soll jetzt Abhilfe schaffen.

Die Pfarrkirche von St. Cäcilia in Harthaus ist schon seit Wochen außerhalb der Gottesdienstzeiten geschlossen. Ein Plakat an der Türe erklärt warum. Unbekannte hätten Gesangbücher aus den Regalen genommen und zerrissen, erzählt Sigrid Lenz vom Pfarrbüro. Als man die Bücher weggeräumt habe, seien ausliegende Broschüren und Prospekte zerstört worden. Die Kirche habe bei der Polizei Anzeige erstattet.

Fast noch schlimmer als diese Zerstörungen waren Lenz zufolge übelste Gerüche, die wohl von denselben Randalierern verursacht wurden – sie urinierten und hinterließen auch Zeugnisse größerer Geschäfte im Kirchenvorraum. Sigrid Lenz versteht nicht, was das für Menschen sind: „Die haben einfach keinen Anstand und Respekt.“ Wenn ihnen die Kirche nicht passe, müssten sie ja nicht hineingehen.

Die Schließung der Pfarrkirche findet Sigrid Lenz sehr schade: „Ein offenes Haus gehört zu den Grundsätzen der katholischen Kirche.“ Man könne aber im Gotteshaus nicht ununterbrochen kontrollieren. Und auch den Reinigungskräften seien die Zustände nicht mehr zumutbar gewesen.

Die Pfarrgemeinde überlegt sich jetzt Lenz zufolge, Randalierer mithilfe einer Videoüberwachung zu überführen – oder noch besser abzuschrecken. Die Kirchenbesucher würde man dann eigens auf die Videokameras hinweisen. Man prüfe aber noch, welche Art der Überwachung installiert werde.

Stadtpfarrer Andreas Christian Jaster erinnert daran, dass es nicht das erste Mal sei, dass Germeringer Kirchen von Rowdys verunstaltet werden. „Das kommt in Wellen immer wieder.“ St. Johannes Bosco sei davon ebenso schon betroffen gewesen wie die Pfarrkirche St. Martin. Auch in St. Cäcilia habe es das in ähnlicherweise vor Jahren schon einmal gegeben. Jaster glaube nicht, dass die Taten gezielt von Kirchenhassern begangen werden: „Das sind wohl eher Menschen, bei denen die Verschaltung im Gehirn nicht stimmt.“

Eine Videoüberwachung stelle zwar auch einen Eingriff dar. Es sei aber wohl die einzige Möglichkeit, wenn man offene Kirchen haben wolle. Dafür setzt sich der Stadtpfarrer auf alle Fälle ein, auch weil dies von den Menschen angenommen werde: „Viele suchen die Stille der Kirche außerhalb der Gottesdienstzeiten.“ Es sei schade, wenn ein Einzelner die ganze Gemeinschaft beeinträchtige.

Der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion, Andreas Ruch, begrüßt die geplante Videoüberwachung. „Das ist sehr nützlich, weil es potenzielle Täter abschreckt.“ Wenn es dann doch wieder zu neuem Vandalismus komme, könnten die Aufnahmen zur Ermittlung des Täters führen.

Ruch erinnert daran, dass es der Polizei vor vier Jahren schon einmal gelungen ist, einen Verunstalter von Gotteshäusern zu schnappen (siehe Kasten unten). Damals hatte ein 15-Jähriger die Marienkapelle beim Gnadenhof für Tiere ähnlich entweiht wie jetzt der Unbekannte von St. Cäcilia. Der Jugendliche konnte damals geschnappt werden. Ein Freund hatte sich verplappert. Auf etwas Ähnliches setze man jetzt auch wieder, erklärt Andreas Ruch: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

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