+
Die Hausäcker liegen zwischen der Kirchen- und der Heimgartenstraße. Das Areal könnte bebaut werden. Rechts hinten ist der Kirchturm von St. Martin zu sehen. 

Grundeigentümer kontaktiert Fraktionsspitzen

Verbotene Einflussnahme bei Baugebiet?

  • schließen

Germering – Wenn eine der wenigen noch freien Flächen in der Stadt bebaut werden soll, geht es um viel Geld. Dass Eigentümer mit allen Mitteln versuchen, ihre Interessen durchzusetzen, bekommen jetzt die Stadträte zu spüren. Möglicherweise hat ein Grundbesitzer ein unmoralisches Angebot gemacht.

Die Hausäcker sind eines der letzten größeren freien Areale am Rande des Altdorfes Germering. Sie liegen zwischen Kirchen- und Heimgartenstraße. Es handelt sich um landwirtschaftliche Nutzflächen, die im Flächennutzungsplan als „Außenbereich im Innenbereich“ festgelegt sind. Damit wäre eine Bebauung eigentlich ausgeschlossen. Allerdings sind im Vorjahr zwei Grundstückseigentümer an die Stadt herangetreten – mit der Bitte, Baurecht zu schaffen.

Die zuständige Behörde stand einer Bebauung nicht grundsätzlich entgegen, wollte dies aber nur im Zuge einer Gesamtplanung für die Hausäcker angehen. In der Zwischenzeit haben sich der Verwaltung zufolge mehrere Investoren vorgestellt, die das übernehmen wollten.

Im Bau-, Umwelt- und Planungsausschuss hätten jetzt erste Plan-Varianten vorgestellt werden sollen. Dazu kam es aber nicht. OB Andreas Haas teilte den Stadträten und den vielen Zuhörern der öffentlichen Sitzung mit, dass ihm ein Vorfall im Zusammenhang mit dem Tagesordnungspunkt Kopfzerbrechen bereite: Er sei am Montag aus dem Urlaub zurückgekommen und habe erfahren, dass einer der Eigentümer der Hausäcker auf die Fraktionssprecher des Stadtrates zugegangen sei. Er habe ihnen mitgeteilt, dass einer namhaften Münchner Stiftung ein ansehnlicher sechsstelliger Betrag zur Verfügung gestellt werde, wenn Baurecht geschaffen werde.

Die Stiftung werde mit der Summe in Kooperation mit der Stadt begabte Jugendliche mit Startschwierigkeiten unterstützen. Der Stadt sei bis dahin darüber nichts bekannt gewesen, erklärte Haas im Nachhinein.

Weil der Vorgang offensichtlich in engem Zusammenhang mit dem Tagesordnungspunkt stehe, habe er ihn rechtlich klären lassen wollen. Das sei bis zur Sitzung aber nicht möglich gewesen. Haas sprach es zwar nicht aus. Was er aber damit meinte, war wohl jedem im Saal klar: Es könne sein, dass der Eigentümer, dessen Namen er nicht nennen wollte, mit seinem Vorgehen Einfluss auf die Entscheidung der Stadträte nehmen wollte.

Gegenüber dem Münchner Merkur verdeutlichte der Rathauschef gestern aber: Es dürfe auf keinen Fall der Eindruck entstehen, dass die Stadt Baurecht gegen Gegenleistungen ausweise.

Haas stellte deswegen den Stadträten im Ausschuss anheim, entweder eine Vertagung des Punktes zu beantragen oder – wie vorgesehen – inhaltlich darüber zu diskutieren. SPD-Sprecher Robert Baumgartner, mit dem Haas im Vorfeld der Sitzung über das Geschehen gesprochen hatte, stellte den Vertagungsantrag, der einstimmig angenommen wurde.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Exhibitionist am Olchinger See 
Mehrere Badegäste haben am Dienstag gegenüber der Polizei von einem Exhibitionisten am Olchinger See berichtet. Die Beamten bitten weitere Augenzeugen, sich zu melden.
Exhibitionist am Olchinger See 
Oliver aus Emmering
Lucia Drusova und Matus Drusa aus Emmering haben jetzt vier Kinder, denn kürzlich erblickte Oliver (3530 Gramm, 53 Zentimeter) das Licht der Welt. Zuhause freuen sich …
Oliver aus Emmering
Abstimmungspatt bringt Supermarkt-Pläne ins Stocken
 Die Pläne für den Bau eines Supermarkts im Grafrather Zentrum verzögern sich erneut.
Abstimmungspatt bringt Supermarkt-Pläne ins Stocken
3000 Haushalte ohne Strom 
Nichts ging mehr am Mittwochmorgen. In großen Teilen von Olching, Esting, Geiselbullach, Maisach, Gernlinden und Bergkirchen (Kreis Dachau) war der Strom ausgefallen. …
3000 Haushalte ohne Strom 

Kommentare