Sorg en auf der Bühne für viele Lacher (v.l.): Nathalie (Pascale Ruppel), Jean-Luc (Alexander Schleissinger), Patricia (Anja Neukamm) und Christophe (Thomas Leicht).

Premiere im Rossstall-Theater

Verwechslungsspiel mit hitzigem Finale

Verwechslungen, Gegensätze, Fremdschämen: Mit der Premiere des Stücks „Venedig im Schnee“ ist das Roßstall-Theater in sein Herbstprogramm gestartet. Die schrecklich-lustige Verwechslungskomödie läuft noch bis Anfang Dezember – und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Germering – Ein Set und vier Schauspieler – mehr braucht es nicht für das neue Stück am Roßstalltheater. Mit „Venedig im Schnee“ feiert der neue Intendant und Regisseur der Aufführung, Oliver Kübrich, seinen Einstand. Er und sein Team schaffen es, dem Publikum einen unvergesslichen Abend zu bereiten.

Die Rahmenhandlung der Geschichte ist denkbar einfach. Zwei alte Studienfreunde treffen sich nach langer Zeit wieder und verabreden sich auf ein Abendessen. Das Stück beginnt, als Christophe (Thomas Leicht) und seine Freundin Patricia (Anja Neukamm) an der Wohnung seines Ex-Kommilitonen Jean-Luc (Alexander Schleissinger) und dessen Verlobten Nathalie (Pascale Ruppel) ankommen. Die Pärchen könnten nicht gegensätzlicher sein. Während sich Jean-Luc und Nathalie unentwegt mit Schätzchen anreden und pausenlos über ihre Hochzeit säuseln, herrscht dicke Luft bei Christophe und Patricia. Sie ist so angefressen, dass sie zu Beginn des Abends keinen Ton sagt. Dies führt jedoch dazu, dass die Verlobten glauben, Patricia wäre eine Ausländerin und könne die Sprache nicht. Nach anfänglicher Empörung steigt Patricia aber voll darauf ein und denkt sich ein eigenes Land und eine eigene Sprache aus. Das kann nur nach hinten losgehen.

Gilles Dyrek hatte die Geschichte bereits 2003 im französischen Original geschrieben, doch sie ist mittlerweile in über 30 Theatern deutschlandweit aufgeführt worden. Die vier Schauspieler im Roßstall haben es geschafft, ein wenig Paris nach Germering zu bringen. Pascale Ruppel und Alexander Schleissinger spielen ein so zuckersüßes Pärchen, dass beim Zuschauer durchaus das Fremdschämen einsetzt. „Schätzchen“ hier und „Schatz“ dort bestimmen die Dialoge der beiden zu Beginn.

Vor allem Pascale Ruppel spielt die naive, manchmal treu-doofe Nathalie hervorragend. Man weiß nicht, ob man sie lieb haben will oder ihr den Hals umdrehen sollte. Wohingegen Anja Neukamm und Thomas Leicht zu vergleichen sind mit Micheal Douglas und Kathleen Turner in „Der Rosenkrieg“. Leicht verkörpert dabei exakt den Archetyp eines arroganten, gebildeten Parisers, Anja Neukamm spielt hervorragend eine leicht hysterische, temperamentvolle Patricia. Sie hat eine diebische Freude daran, den Gastgebern den Bären aufzubinden, sie käme aus „Schatzonien, dem Land der Schatzies“ irgendwo im ehemaligen Jugoslawien. Natürlich kommt es dadurch im Laufe des Abends zu einer Menge komischer Begebenheiten – letztendlich mündet das Stück in einem hitzigen Finale. Wer auf bitterböse Komödien steht, sollte sich das Stück nicht entgehen lassen. Man kann dem Ensemble nur „strupié“ (schatzonisch für Danke) für einen gelungenen Abend sagen. (tel)

Weitere Termine

sind am Freitag, 20. Oktober, Sonntag, 22. Oktober, Freitag, 27. Oktober, Donnerstag, 9. November, Sonntag, 12. November, Sonntag, 26. November, Freitag, 1. Dezember, Samstag, 2. Dezember sowie Freitag bis Sonntag, 8. bis 10. Dezember. Beginn ist immer um 20 Uhr, Einlass ab 18.30. Sonntags geht es um 19 Uhr los, Einlass ist um 17.30 Uhr. Karten gibt es mit Speisen und Getränken für 14 Euro, nur mit Getränken für zehn Euro.

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