Roßstall-Theater in Germering

Verwirrspiel mit einem Hauch Erotik

  • schließen

Gute Unterhaltung und ein amüsanter Abend sind garantiert: „Job-Suey – Kein Dinner für Sünder“ feierte im Theater am Roßstall eine Premiere, die vom Publikum mit viel Applaus bedacht wurde.

Germering – Bei allen sechs Rollen ist zu spüren, dass die Darsteller in ihnen und mit ihnen leben. Cecilia Gagliardi kauft man die Hauptrolle der etwas schrulligen Putzfrau Rosalia ebenso ab wie die Umwandlung in die liebenswert chaotische Dame des Hauses, die einem sittenstrengen Chef die Frau des jungen Finanzmaklers Mark Stein vorspielt. Rosalia soll gewissermaßen einspringen, weil Steins eigentliche von Lisa Bales gespielte Freundin Julia erstmal nicht den Notnagel spielen will – obwohl die schon lang auf einen Heiratsantrag wartet. Stein gerät in Stress, weil auch andere Frauen aus seinem Bekanntenkreis nicht Ehefrau auf Zeit spielen wollen.

Kritik an Moralvorstellungen im Roßstall-Theater Germering

So vermitteln die Spitzen gegen Spießigkeit und Moral nicht nur einen Hauch von Erotik. Sie bilden auch eine Dosis Kritik über Moralvorstellungen, was sich wie ein roter Faden durch das Stück zieht. „Ich habe genug gesellschaftliches Geschwafel auf Lager“, sagt die Putzfrau, als der junge Finanzmakler befürchtet, sie könne keine Konversation führen.

Mit Gagliardi darf das Publikum auch ein wenig mitspielen, als sie im zweiten Teil des Stückes chic gekleidet auftaucht und fragt: „Wie sehe ich aus?“ „Wie Bella Italia“, kommt die Antwort aus dem Theatersaal – mit Szenenapplaus als Beigabe.

Das Publikum kann dann ein amüsantes Verwirrspiel verfolgen: In dem gerät Julian Brodacz als junger Finanzmakler immer mehr in Unsicherheit, dass er seinen strengen amerikanischen Chef Bill Kramp, der jedoch bayerisches Bier liebt, nicht überzeugen kann. Der wird von Oliver Kübrich, gleichzeitig Regisseur des Stückes, überzeugend gespielt – auch in jenen Szenen, in denen ihm Zweifel an der Eignung des jungen Mark Stein kommen.

Einzig ein Dialog, bei dem die beiden Männer die Bühne für sich haben, gerät etwas zu langatmig. Das wird jedoch schnell überspielt, wenn nach und nach die Frauen wieder die Szenerie betreten. Am Ende sind es vier, weil Steins Sekretärin Kathy Brink ebenfalls noch auftaucht. Sarah Müller spielt die Rolle der etwas naiv wirkenden Sekretärin so perfekt, dass man ein überraschendes Ende fast erwarten kann. „Ich kenne Sie von New York, ich habe dort vor zwei Jahren gearbeitet“, flötet sie dem großen Chef zu. Dessen Frau wird von Corinna Quaas dargestellt, die als einzige nebenberuflich der Schauspielerei frönt. Anzumerken ist das dem Spiel der Gymnasiallehrerin aber nicht.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Radfahrerin prallt gegen Auto
Zu einem Unfall zwischen einer Radfahrerin und einer Autofahrerin ist es am Freitagvormittag auf der Daxerstraße gekommen. Die Radlerin prallte gegen das …
Radfahrerin prallt gegen Auto
Anrufer ergaunert 1100 Euro
Weil er leichtgläubig einem ihm unbekannten Anrufer vertraut und die Zugangsdaten zu seinem Konto verraten hat, ist ein Germeringer um 1100 Euro erleichtert worden. Die …
Anrufer ergaunert 1100 Euro
100 Jahre Liedertafel: Messe als Geschenk
Wenn jemand seinen 100. Geburtstag feiert, gibt es besondere Geschenke. Das erleben nun die Mitglieder der Liedertafel Günzlhofen. Zum Jubiläumsfest bekommen sie eine …
100 Jahre Liedertafel: Messe als Geschenk
„Begegnungen mit Überlebenden werden seltener“
Der 27. Januar ist der Tag der Opfer des Nationalsozialismus. Aus diesem Anlass organisiert der Arbeitskreis Mahnmal Fürstenfeldbruck jedes Jahr eine Gedenkveranstaltung …
„Begegnungen mit Überlebenden werden seltener“

Kommentare