Aus dem Gerichtssaal

Video von Bedrohung reicht Richter nicht

Eine Halsabschneider-Geste ist schnell geschehen. Im Falle eines 21-jährigen Gilchingers hat sie jetzt juristische Konsequenzen.

Germering –  Ein 30-jähriger Germeringer fühlte sich dadurch bedroht. Laut Anklagevorwurf strich der junge Mann Anfang Mai mit seinem Daumen symbolisch quer über seinen Hals, als er an eier Gilchinger Tankstelle den Germeringer, ein alter Bekannter von ihm, traf. Nun musste er sich wegen Bedrohung vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten.

Als der 30-Jährige im Kassenraum der Tankstelle die Geste sah, soll er sich nach kurzem Blickkontakt sogleich bedroht gefühlt haben. Obwohl beide Männer sich nur flüchtig kennen und kannten, wusste der Germeringer, dass der Angeklagte einem seiner Freunde zuvor den Kiefer gebrochen haben soll.

Diese Information entnahm Richterin Brigitte Braun den Polizeiakten, denn der Geschädigte blieb dem Prozess fern. Bei der Germeringer Polizei hatte er allerdings damals zu Protokoll gegeben: „Ich konnte die Geste sehen, als ob er mich umbringen wollte.“

Mangels Zeugen versuchte die Justiz im Prozess zunächst, sich auf vorhandene Videoaufzeichnungen und Lichtbilder zu stützen. „Das Video ist zu 95 Prozent ein Tatnachweis. Man sieht die Handlung auch deutlich auf dem Lichtbild“, so der Staatsanwalt. Der Verteidiger des Angeklagten gab indes zu bedenken, dass auf den Belastungszeugen keineswegs verzichtet werden könne. Auffällig sei zudem, dass der Germeringer erst eine gute Woche nach der Bedrohung gegen seinen Mandanten Anzeige erstattet hätte. Seinen Einspruch gegen den Strafbefehl wollte der Angeklagte aus diesem Grunde nicht zurückziehen, obwohl die Geldstrafe mit 30 Tagessätzen à 40 Euro relativ maßvoll angesetzt war.

Richterin Braun setzte deshalb einen zweiten Sitzungstermin fest. Dann sollen der Zeuge sowie ein Polizist zur Aufklärung beitragen.  nh

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