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Viele Läden haben jetzt Corona-Türsteher

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Von: Tobias Gehre

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Kontrolle am Eingang: Radl-Markt-Mitarbeiter Florian Zemke überprüft bei jedem Kunden den Impfstatus. Dafür hat er die so genannte Cov-Pass-Check-App auf seinem Smartphone.
Kontrolle am Eingang: Radl-Markt-Mitarbeiter Florian Zemke überprüft bei jedem Kunden den Impfstatus. Dafür hat er die so genannte Cov-Pass-Check-App auf seinem Smartphone. © Gehre

Seit Mittwoch gilt in vielen Geschäften 2G. Rein dürfen nur noch von einer Corona-Erkrankung Genesene oder gegen das Virus Geimpfte. Die Laden-Inhaber müssen jeden Kunden kontrollieren. In Germering funktioniert das schon relativ reibungslos. Doch viele Geschäftsleute befürchten Umsatzeinbußen.

Germering – Jetzt ist Manuela Ternes auch noch Türsteherin. Und wie die Männer vor dem Eingang zur Disco muss auch sie hart bleiben. Ein älterer Mann will in den Laden. Seinen gelben Impfpass hat er dabei. Seinen Personalausweis findet er aber nicht. Schweren Herzens muss die Inhaberin von „ein Fach mieten“ den Kunden wieder wegschicken. „Ich habe keine andere Wahl“, sagt die Inhaberin des Flohmarkt-Geschäfts an der Otto-Wagner-Straße.

Schnauze voll von Corona

Seit Mittwoch gilt auch in ihrem Laden 2G. Dass sie manchen Kunden den Eintritt verwehren muss, gefällt Manuela Ternes gar nicht. Gleichwohl hat sie Verständnis für die Maßnahmen. Und auch ihre Kundschaft sei überwiegend verständnisvoll. Eine jüngere Frau sieht das ein bisschen anders. „Wir haben die Schnauze voll von Corona“, raunt sie während sie in einem der Regale stöbert.

In dem Geschäft kann man Regale mieten und Dinge anbieten – wie auf einem Flohmarkt. Zwei Verkäufer hätten wegen der neuen Vorgaben ihre Regale bereits geräumt, sagt Manuela Ternes. Sie hofft, dass es nicht noch mehr werden.

Auch der Radl-Markt an der Unteren Bahnhofstraße darf nur noch geimpft oder genesen betreten werden. Geschäftsführer Michael Huber hat dafür einen Empfangsschalter gebaut. Dort steht immer ein Mitarbeiter und kontrolliert mittels der Cov-Pass-Check-App den Impfstatus der Kunden. „Der fehlt natürlich im Geschäft“, sagt Huber.

Beratung via Telefon

Wer keine Impfung oder Genesung vom Coronavirus vorweisen kann, wird trotzdem beraten – per Telefon durchs Schaufenster. Ein Mitarbeiter führt im Inneren den gewünschten Artikel vor und erklärt ihn per Telefon während der Kunde draußen vor der Scheibe steht. Und manche Kunden dürfen sogar ohne Impfpass rein – aber nur zum Kauf von Ersatzteilen oder für die Werkstatt. Dafür gilt nämlich kein 2G, sagt Huber schulterzuckend.

Ausnahmen gibt es bei Bingo Jeans nicht. Inhaber Alexander Kobias muss jeden kontrollieren. Die meisten wüssten bereits Bescheid, die Kontrolle klappe gut. Dass 2G erst jetzt kommt, hält Kobias für zu spät. „Und der Handel darf es wieder ausbaden“, sagt er. Seine Kundin Cindy Schröder hat kein Problem mit 2G. „Ich finde es gut so“, erklärt sie. So könne man sicher einkaufen. Und das Leben müsse schließlich weitergehen.

Das sieht auch eine ältere Frau so, die ein paar Meter weiter bei Moda Carina auf der Suche nach neuen Kleidungsstücken ist. „Ich habe mich auch impfen lassen, um wieder mehr Freiheit zu haben“, sagt sie.

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