Jubiläum am Christkindlmarkt

Vier Jahrzehnte Platzerl, Glühwein und Co.

Die Standl stehen seit Wochen – und mittlerweile hat auch der Glühwein Betriebstemperatur erreicht. Heute öffnet der Germeringer Christkindlmarkt seine Tore. Bereits zum 40. Mal lockt der Duft von Platzerl und Bratwurst die Germeringer – und in diesen 40 Jahren hat sich einiges geändert.

Germering – „Voller als voll geht nicht“, sagt Helmut Zweck. Deshalb seien auch keine besonderen Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen des Germeringer Christkindlmarktes geplant, sagt Helmut Zweck. Stolz ist der 54-Jährige aber schon, dass sich „sein“ Christkindlmarkt zu einer festen Institution in der Großen Kreisstadt entwickelt hat. Zweck ist quasi ein Urgestein im Germeringer Weihnachtsgeschäft. Seit 25 Jahren verkauft er Bienenwachskerzen sowie Honig und Honigprodukte, seit 13 Jahren hat er zusätzlich noch einen Glühweinstand.

Gleichzeitig fungiert Zweck als Bindeglied zwischen den Händlern und der Stadt. „Ich bin sozusagen das Mädchen für alles“, sagt Zweck, der außerhalb der Weihnachtssaison als Messtechniker arbeitet.

Gut 40 Standl warten beim Germeringer Christkindlmarkt heute auf die Besucher, tausende Menschen schieben sich über den Vorplatz der Stadthalle. Bei der ersten Ausgabe vor 40 Jahren sah das noch ganz anders aus. Germering war ein Dorf, an eine Stadthalle dachte damals niemand. Gefeiert wurde zu jener Zeit an ein paar Buden rund um die Mariensäule an der Augsburger Straße – gemütlich, klein, urig.

Planung startetschon im Sommer

Heute wird der Christkindlmarkt generalstabsmäßig geplant. Los geht es, wenn die Germeringer noch den See oder das Freibad bevölkern. Schon im Spätsommer bereitet Nicole Six vom Gewerbeamt die Verträge für die rund 30 Händler vor. Außerdem bekommen die Standl-Betreiber einen Christkindlmarkt-Knigge an die Hand: Demnach sind die Marktleute angehalten, ihre Bude weihnachtlich zu schmücken, keine baulichen Veränderungen vorzunehmen und nichts zu verkaufen, was nicht im Vertrag steht. Auch die Sicherheit spielt eine große Rolle. „Feuer ist die größte Gefahr“, sagt Astrid Ernst, Leiterin der Bauordnung im Rathaus. Deshalb müssen die Hütten so stehen, dass Rettungswege immer frei sind. Auch auf Gasflaschen, die die Händler zum Kochen oder Heizen brauchen, haben die städtischen Kontrolleure ein wachsames Auge.

Geändert haben sich aber auch die Ansprüche der Besucher, weiß Helmut Zweck. „Die Leute legen heute Wert auf Abwechslung und Qualität.“ Und auch regionale Produkte stehen mittlerweile hoch im Kurs – sowohl beim Kunsthandwerk als auch bei den kuliarischen Angeboten. (tog)

Der Christkindlmarkt

ist unter der Woche von 17 bis 20 Uhr geöffnet, am Wochenende von 14 bis 20 Uhr. Letzter Tag ist heuer Sonntag, 17. Dezember.

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