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Eines der vier Sühnezeichen der Künstlerin Ingrid Wuttke steht an der Salzstraße. 

KUNST DER ÖFFENTLICHKEIT (5)

Vier Sühnezeichen mahnen zur Besinnung

Der Künstlerin Ingrid Wuttke geht es darum, mit ihren Werken Wertevorstellungen zum Ausdruck zu bringen. Vier Sühnezeichen, die im Stadtgebiet verteilt sind, geben Zeugnis davon.

Germering – Ingrid Wuttke ist es wichtig, die verschiedenen Eindrücke kreativ und anschaulich zu verarbeiten. „Es liegt mir am Herzen, mein Erleben von Natur und Politik, von den Menschen, die mich umgeben, frei darstellen zu können – ohne Rücksicht auf Zensur und egal mit welchem Material“, sagt die 75-jährige Künstlerin. Sie lebt zwar in Puchheim, ist aber seit knapp einem Vierteljahrhundert Mitglied im Kunstkreis Germering (KKG). Im Rahmen des von KKG-Gründerin Constanze Wagner geleiteten Projekts „Roter Faden“ steuerte Ingrid Wuttke gleich vier Objekte bei: In Form von vier Sühnezeichen, die auf Germeringer Flur in allen vier Himmelsrichtungen ihr Domizil fanden.

Wuttkes Sühnesteine sind aus Muschelkalk oder Kalksandstein gehauen und teilweise geschliffen. Das Sühnezeichen „Zusammenführen“ steht im Westen der Stadt, am Krautgartenweg, direkt neben dem Rupert-Bildstock des Heimatvereins. Was sie damit bewirken will, fasst sie so zusammen: „Wir alle müssen zusammenfinden und zur Besinnung kommen.“ Denn gemeinsames Innehalten ist gerade in heutiger Zeit etwas aus der Mode gekommen. Der Stein hat die angedeutete Form einer Stimmgabel.

„Unsere Vorfahren haben in verschiedenen Gegenden Sühnekreuze aufgestellt, wenn für ein schlimmes Geschehen, wie Bruder-, Kindes- oder Vatermord Sühne zu zeigen und zu tragen war“, erzählt Wuttke. Mit ihren vier Zeichen will die Künstlerin aufrütteln und an diesen alten Brauch erinnern. „Weil auch großes Unrecht an der Natur getan wurde und immer noch getan wird, ohne die Folgen zu berücksichtigen“, sagt sie.

Im Norden Germerings erinnert der Sühnestein „Leben“ an ein Schiff, das kommen will – „so wie jedes Leben mit dem Wasser kommt“. Der Sühnestein „Harmonie“ steht an der Nimrodstraße. Er versinnbildlicht die Harmonie zwischen zwei Menschen, die für den Lebenskreislauf der Erde sorgen. Der Sühnestein „Zuwendung“ ist an der Ecke Jahn-/Kreuzlinger Straße zu finden. (akk)

Die Serie

Eine Journalisten-Weisheit geht so: Die Geschichten liegen auf der Straße. In diesem Fall stimmt das. Wir stellen in einer Serie Kunst im öffentlichen Raum in Germering vor und präsentieren Ihnen einzelne Kunstwerke. Mal sind es bekannte Objekte, mal Skulpturen oder Reliefs, die man kaum beachtet. Wir erzählen die Geschichten hinter den Kunstwerken.

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