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Germering

Vogelvillen überdauern ihren Schöpfer

 Hier hat ganz klar der Stärkere das Sagen: Sobald die Amsel angeflattert kommt, haben Meisen, Spatzen oder auch die leuchtend gelbe Goldammer nichts mehr zu melden. 

Germering –Es ist ein wahres Spektakel, das sich in der Eiseskälte an den Vogelhäuschen beim Kiosk am Germeringer See abspielt. Was die gefiederten Gesellen wohl nicht wissen: Die Futterstellen, in denen die Mahlzeiten serviert werden, sind nicht etwa profane Vogelhäuschen von der Stange. Es sind Unikate, die der 2006 verstorbene Germeringer Bastler Peter Lankes in wochenlanger Kleinarbeit zusammengezimmert hat.

Angefangen hat alles im November 2002: Lankes baute für den Kiosk-Stammtisch zwei Vogelhäuschen. Doch eigentlich wird diese Bezeichnung den Holz-Objekten gar nicht gerecht. Denn Spatz und Co. dürfen sich seitdem den Bauch auch in einer richtigen Villa vollfressen – ist ihr Futterplatz doch mit Kachelofen, Tisch und Bänken eingerichtet. Seitdem stehen die Vogelhäuserl direkt neben dem Biergarten am Kiosk – und erfreuen Mensch und Tier gleichermaßen. Wer die Häuschen mit Futter befülllt, ist bei der Stadt nicht bekannt, wie eine Nachfrage bei Thomas Wieser vom Sachgebiet Umweltschutz ergibt.

Die Futterstellen sind aber längst nicht die einzigen Werke, die der Germeringer erschuf. Zu den Höhepunkten seines bastlerischen Schaffens zählen die Kirche Maria Eich im Kreuzlinger Forst, ein Modell vom Kramerwirt sowie von St. Jakob samt Brunnen. Auch den Germeringer Bahnhof, das Rathaus oder die Alte Schule an der Salzstraße hat Lankes im Miniaturformat nachgebaut. Sie wurden dem Förderverein Stadtmuseum vermacht und sind noch heute dort zu sehen. „Sie sind mit viel Liebe gemacht“, sagt Stadtarchivar Marcus Guckenbiehl.

Viel Liebe dürften auch die Vogelfreunde empfinden, die die Häuschen am Germeringer See immer wieder mit Futter befüllen. Momentan mache das auch durchaus Sinn, erklärt Uschi Anlauf vom Landesbund für Vogelschutz (LBV). Durch den strengen Frost und den schneebedeckten Boden seien die Piepmatze froh um das zusätzliche Körnerangebot. Die Vogel-Expertin warnt aber auch vor minderwertigem Billigfutter, das etwa Füllstoffe wie Sand enthält. „Lieber ein bisschen mehr ausgeben“, rät Anlauf. Peter Lankes würde das wohl genauso sehen. In einer Villa soll schließlich auch angemessen gespeist werden. (Tobias Gehre)

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