Neue Räume Volkshochschule Germering
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Überzeugen sich von der Eignung des neuen Gymnastikraums (v.l.): VHS-Geschäftsführerin Evi Seidel, David Kulbe, Eva Kuchler, Agnes Dürr, Andrea Franke (VHS), OB Andreas Haas und Heike Thorwächter (Bauamt).

Germering

Volkshochschule in bewegten Zeiten

  • Klaus Greif
    VonKlaus Greif
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Die Volkshochschule (VHS) stand während des Corona-Lockdowns am Rande der Zahlungsunfähigkeit. Erst der im Mai vom Freistaat beschlossene Rettungsschirm hat das Schlimmste verhindert. Das haben OB Andreas Haas und VHS-Geschäftsführerin Evi Seidl bei der Jahresversammlung berichtet.

Das Jahr 2019 wurde von der VHS noch als ein sehr erfolgreiches eingestuft. Über 16 000 Teilnehmer haben rund 1400 Veranstaltungen besucht. Die Zuschüsse von Stadt (rund 270 000 Euro) und Land (70 00 Euro) sowie die Gebühren der Teilnehmer (668 000 Euro) haben zu einem positiven Jahresergebnis beigetragen. Und dann kam Corona – und alle gute Zahlen waren Makulatur. „Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt,“ bilanzierte Andreas Haas bei der Jahresversammlung der VHS diese Entwicklung mit einem Zitat von Wilhelm Busch. Dieser Spruch wird gerne von Redner verwendet, hat aber selten so gut gepasst wie zurzeit.

Am Rande der Zahlungsunfähigkeit

„Die VHS ist wirklich gebeutelt worden“, sagte der Rathauschef zu den Mitgliedern, die mit ordentlichem Abstand im Lena-Christ-Saal der Stadthalle Platz gefunden hatten. Nach dem Lockdown seien sämtliche Kurse abgesagt worden. Die Arbeit sei deswegen aber nicht weniger geworden. Das VHS-Team um Evi Seidl habe sich Konzepte ausgearbeitet, wie es weiter gehen kann. Dabei seien aber die finanziellen Sorgen immer größer geworden. „Das ging bis an den Rand der Zahlungsunfähigkeit,“ so Haas. Mit geballtem Mut und Kraft hätte die VHS dies abgewendet. Ohne den Ende Mai beschlossenen Rettungsschirm des Freistaats und den jährlichen 250 000 Euro Zuschuss der Stadt wäre es aber wohl nicht gelungen.

Die Stadt hat der Volkshochschule aber auch anderer Stelle kräftig unter die Arme gegriffen. Sie hat im zweiten Stock der Germeringer Harfe eine Teilbereich die früheren Geschäftsräume von Docuware angemietet. Sie sollen die bisherigen VHS-Zimmer in der Kirchenschule ersetzen, die vor allem in Zeiten von Corona zu klein gewesen wären. Haas: „Das kostet zwar Miete. Aber das ist es uns wert.“

In den Kirchenschul-Räume hätten laut Evi Seidl maximal je zehn Kursteilnehmer unterrichtet werden können. In den neuen Unterrichtszimmern gibt es Platz für bis zu 15. Das ist wichtig, um die die Finanzen der VHS wieder etwas aufzupäppeln. „In den neuen Räumen führen wir ab der kommenden Wochen Kurse mir insgesamt 1200 Teilnehmern durch.“

Um durch die Krise zu kommen haben laut Evi Seidl auch die Mitarbeiter der VHS persönliche Einbußen in kauf genommen: „Wir verzichten auf die Ballungsraumzulage. Da haben alle solidarisch mitgemacht.“ Die Stadt spart dadurch rund 22 000 Euro ein. Nicht so schön war die Tatsache, dass man einer neuen 450 Euro-Kraft in der Probezeit wieder kündgen musste.

Solidarität haben auch viele Kursteilnehmer der VHS gezeigt: „Sie haben uns rund 45 000 Euro an schon bezahlten gebühren für ausgefallen Veranstaltungen als Gutschrift überlassen.“ Das Geld fehle dann zwar, wenn die Kurse durchgeführt werden. Aber, so Seidl: „ Es half uns über die Durststrecke.“ Einen kleinen Beitrag dazu haben auch die Germeringer geleistet, die der VHS rund 15 000 Euro an Spenden zukommen ließen.

Gespart hat die VHS auch beim jetzt beginnenden Herbst-/Wintersemester. Das Programmheft fiel dünner aus und wurde in Schwarz-weiß gedruckt. Im Programm fehlt beispielsweise das Montagsforum, weil Vorträge ohne Anmeldung schlecht kalkulierbar sind. Die Teilnehmer müssen zudem tiefer in die Tasche greifen: Weil die Zahl je Kurs aufgrund von Corona begrenzt werden muss, sind die Gebühren um bis zu 30 Prozent gestiegen.

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