Grünen-Sprecher Ralph Rückerl mit Verena Schmitt

Vortrag 

Warum ein T-Shirt mehr ist als 300 Gramm Baumwolle

Germering – Was steckt eigentlich in einem T-Shirt? Dieser Frage ging Verena Schmitt vom Umweltinstitut München im Nachtasyl der Stadthalle nach. Bei einer Veranstaltung der Grünen referierte sie über die Auswirkungen der internationalen Textilproduktion.

Ein gewöhnliches T-Shirt besteht Schmitt zufolge aus etwa 300 Gramm Baumwolle. Hinter dieser Baumwolle verbirgt sich eine ganze Menge Umweltzerstörung und Ausbeutung. Nach Daten, die das Umweltinstitut zusammengetragen hat, werden für Anbau und Bearbeitung von 300 Gramm Baumwolle 4000 Liter Wasser, 150 Gramm Pestizide sowie 700 Gramm Chemikalien und Farbstoffe benötigt.

In Kleidung steckt laut Schmitt aber auch jede Menge Kinderarbeit. Während die Lohnkosten für die Produktion eines Zehn-Euro-T-Shirts gerade mal zehn Cent ausmachen, muss eine Arbeiterin in Bangladesch mit 30 bis 60 Euro Monatslohn auskommen – und das oft bei 15 Stunden Arbeit an sechs Tagen der Woche. Hinzu kommt, dass etwa 90 Prozent der angebauten Baumwollpflanzen gentechnisch verändert sind.

Die Veranstaltung zeigte Grünen-Sprecher Ralph Rückerl zufolge aber auch viele Weg auf, die aus dieser Misere herausführen könnten. Dabei komme den Konsumenten eine wichtige Rolle zu. Neben der Nutzung von Secondhand-Läden und Kleidertauschbörsen könne man Kleidung auch länger tragen.

Dass es der Gesellschaft nicht mehr egal ist, welche Auswirkungen das Konsumverhalten hat, zeigt sich Rückerl zufolge auch an der Bewerbung der Stadt als Fairtrade-Stadt. Nicht mehr benötigte Kleidungsstücke könnten in Germering in die Container der Organisation „Aktion Hoffnung“ geworfen werden, die mit dem Erlös beispielsweise Bildungsprojekte in Afrika, Südamerika und Osteuropa finanziert. Gut Erhaltenes sollte man im Schicki-Micki-Laden des Vereins „Aufrechter Gang“ an der Otto-Wagner-Straße abgeben. 

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