Der 858er-Bus in der Otto-Wagner-Straße kurz hinter dem Kleinen Stachus. foto: Weber

Nahverkehr

Von wegen Geisterbus: Der 858er kommt gut an

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Germering – Der früher oft als Geisterbus verspottete 858er, der seit 2013 zwischen Rathaus und Waldfriedhof pendelt, hat sich gemausert: Seitdem im Herbst 2015 auch das GEP angebunden wurde, sind die Fahrgastzahlen explodiert. Jetzt wird die Linie weiter optimiert.

Hermann Seifert, ÖPNV-Experte des Landratsamtes, berichtete im Werkausschuss von der erstaunlichen Erfolgsgeschichte der City-Buslinie. Im Dezember 2013 ist der 858er erstmals gefahren. Von Montag bis Samstag pendelte er im 15-Minuten-Takt mit kleinen Fahrzeugen zwischen Rathaus und Waldfriedhof. Wichtigste Stationen dazwischen waren der Kleine Stachus und der Bahnhof. Die Fahrgastzahlen waren nicht besonders gut. Im Januar 2015 wurden vom MVV täglich 155 Kunden gezählt. Dann wurde die Linie wegen der Stachus-Baustelle für ein halbes Jahr stillgelegt.

Im Herbst 2015 ging’s wieder los – in ausgeweiteter Form: Seitdem fährt der Citybus bis zum GEP und zurück. Allerdings nicht mehr im 15-, sondern im 20-Minuten-Takt. Schon im November wurden Seifert zufolge täglich 188 Fahrgäste gezählt. Neueste Zahlen des Landratsamtes vom Juni zeigen eine steigende Beliebtheit der neuen Linie: Im Juni fuhren laut Seifert täglich 246 Germeringer mit dem Bus. Dies ist aus Sicht des Experten umso bemerkenswerter, als der Juni kein typischer Bus-Monat sei: Im Sommer fahren die Menschen innerorts öfter mit dem Fahrrad.

Detailzahlen zeigen Seifert zufolge ganz klar: Die meisten Ein- und Aussteiger werden am Bahnhof gezählt. Es folgt aber knapp dahinter sofort das GEP. Die Haltestellen am Rathaus oder Stachus werden nicht ganz so oft genutzt. Allerdings weisen auch sie wie alle anderen Stationen einen konstanten Zuwachs auf. Seifert plädierte deswegen dafür, bei der nächsten Ausschreibung für den Betrieb der Linie weitere Verbesserungen vorzugeben. Die würden dann ab Dezember 2017 für die nächsten vier Jahre gelten.

Im Kern betrifft dies eine Verlängerung der Linie am südlichen Ende ins Wohngebiet der Kerschensteiner Siedlung. Die Haltestelle soll an der Kreuzlinger Straße/An der Markung sein. Dies wäre technisch und zeitlich möglich. Seifert verspricht sich davon eine weitere Steigerung der Attraktivität.

Eine weitere Optimierung ist die Verlängerung der Samstagsfahrzeit. Künftig soll der Bus wie an den Werktagen von 8.36 bis 18.56 Uhr unterwegs sein. Über eine weitere Ausdehnung am Abend bis um 21 Uhr soll nach der nächsten Fahrgastzählung im Herbst entschieden werden.

Seifert verspricht sich von den Verbesserungen auch weitere Steigerungen der Kundenzahlen: „Mittelfristig gehen wir von bis zu 500 Fahrgästen pro Tag aus. Das ist realistisch.“ Das sei eine sehr gute Zahl, wenn man bedenkt, dass die Line ihren Betrieb am Vormittag erst aufnimmt, wenn der Berufs- und Schulverkehr schon vorbei ist. Die Stadträte stimmten für die Ausweitung des Angebots, die jährlich rund 30 000 Euro Mehrkosten verursachen wird.

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