Daniel Vitt im Sudhaus an der Friedenstraße.

Finanzierung über Genussrechte

Wegen großer Nachfrage: Brauhaus Germering zieht in alte Molkerei

  • Klaus Greif
    VonKlaus Greif
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Das Germeringer Bier verkauft sich gut - so gut, dass die Brauerei jetzt in eine größere Produktionsstätte um zieht: in die alte Molkerei.

Germering Elf Bierfreunde haben sich vor rund einem Jahr einen Traum erfüllt und das Brauhaus Germering gegründet. Seit Mitte Juli brauen sie an der Friedenstraße vier unterschiedliche „GUPF“-Biere. Und die verkaufen sich so gut, dass eine größere Produktions- und Lagerstätte notwendig wird. Der Umzug in die alte Molkerei an der Dorfstraße steht fest. Die Finanzierung soll über private Anteile gesichert werden. Am 14. Juli des vergangenen Jahres hat das Brauhaus erstmals sein GUPF verkauft. Im ersten halben Jahr wurden laut Geschäftsführer Daniel Vitt rund 70 Hektoliter Bier gebraut und an den Mann gebacht. „Das war doppelt so viel wie ursprünglich geplant“, erklärt der Hobby-Brauer, der wie seine Freunde das Bier-Geschäft nur nebenher betreibt. Weil sie Interessenten immer öfter sagen mussten, dass es kein Bier mehr gibt, haben sie sich schon vor einiger Zeit nach einem neuen, größeren Standort umgesehen.

Umbau notwendig

Fündig wurden sie in der Dorfstraße 15. Dort befindet sich die alte Molkerei der Milchgenossenschaft. Die wird schon seit längerem nur noch als Lager genutzt. Das wird sich noch heuer ändern. Ab Mai ist das Brauhaus Germering neuer Pächter der Räume. Nach einem notwendigen Umbau wird dann dort noch heuer wieder ein flüssiges Lebensmittel hergestellt. Und zwar in ausreichender Menge, wie Vitt erzählt. Man habe ein gebrauchtes Sudhaus gekauft, mit dem künftig zehn Hektoliter am Tag gebraut werden können. „Damit könnten wir ganz Germering mit Bier versorgen“, erklärt Vitt. Das Sudhaus muss allerdings noch in die neuen Räume eingebaut werden.

Im neuen Domizil soll dann aber nicht nur „handwerklich gebrautes Bier nach alten Rezepten und mit kreativen Noten“, so die Eigenwerbung, hergestellt werden. Geplant ist auch ein kleiner Gastraum, wo man den Gerstensaft an Ort und Stelle genießen kann.

Finanzierung über Genussrechte

Die Umsetzung dieser Ziele kosten natürlich Geld. Benötigt werden Daniel Vitt zufolge 100 000 Euro. Um das Geld in die Kasse zu bringen, haben sich die unkonventionellen Brauer ein unkonventionelles Modell einfallen lassen: Sie suchen Mitstreiter und Bierbegeisterte, die sich an der Finanzierung über so genannte Genussrechte beteiligen. Ab einer Beteiligung von 250 Euro können Bürger das Unternehmen und darüber die regionale Wirtschaftsentwicklung unterstützen. Weitere Anteile sind in 250 Euro Schritten zu erwerben. Anleger erhalten eine Rendite von sechs Prozent als Biergutschein, den sie in der Brauerei einlösen können.

Detaillierte Informationen zum Erwerb von Genussrechten erhalten Interessierte im Rahmen einer Informationsveranstaltung. Diese findet am Sonntag, 7. April, um 17 Uhr in der Vereinsgaststätte des SV Germering, Max-Reger-Straße 11, statt. Eine Anmeldung für die Veranstaltung unter Telefon (089) 85 66 32 82 oder per E-Mail an genussrecht@brauhaus-germering.de. ist zwingend notwendig.

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