Bei Germering

Die Welt der Schmetterlinge am Parsberg

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Mit dem Zitronenfalter können Laien noch etwas anfangen. Doch die Welt der Schmetterlinge rund um den Parsberg bietet viel mehr. Dies zeigt eine Exkursion des Landesbundes für Vogelschutz.

Germering – „Es ist ein Standardwald mit forstwirtschaftlicher Nutzung“, beschreibt Stephan Rudolph vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) den Teilnehmern einer Exkursion den Parsberg. Dennoch ist die Gegend für ihn etwas Besonderes: „Man kann an jeder Ecke wundervolle Dinge entdecken.“ Allein rund 200 Schmetterlingsarten hat Rudolph vor seiner Haustüre in Germering gesichtet, manche für Laien nicht gleich als Schmetterlinge erkennbar.

Das silbergestreifte Grasmotteneulchen lebt am Parsberg

Wie das silbergestreifte Grasmotteneulchen und das Federgeistchen. Oder wie zum Beispiel die Langhornmotte, die es sich auf einem Brennnesselblatt bequem gemacht hat. Ob der Größe des Insektes muss man schon genau hinsehen, um es zu entdecken. Doch Rudolph und auch seine Tochter Katja kennen die Lieblingsplätze genau „und gehen gerne mit offenen Augen durch die Landschaft“, wie Rudolph sagt. Man müsse ein Gespür fürs Entdecken haben.

Sammeln nur per Fotoapparat

Dabei lässt er der Natur wie den Schmetterlingen ihre Freiheit. „Ich sammle keine lebenden Tiere. Ich sammle nur per Fotoapparat.“ Und wenn Rudolph während der Exkursion doch ein paar Mal einen Schmetterling in einem Glas einfängt, dann nur zu dem Zweck, dass er den Teilnehmern Merkmale und Schönheit des Insekts erklären kann. „Ein paar Stunden ginge das schon“, informiert Rudolph. Auf der Exkursion lässt er das Tier nach ein oder zwei Minuten wieder frei.

Denn das Leben eines Falters ist in aller Regel nur wenige Wochen kurz. „Es dient im Prinzip nur der Fortpflanzung und damit der Erhaltung der Art“, erklärt Rudolph. Einzelne Arten wie der Zitronenfalter leben zwölf Monate und überwintern auch. „Für diese Falter ist die Kälte kein Problem“, erklärt Rudolph.

Der Parsberg bietet eine ideale Umgebung

Die meisten Schmetterlingsarten verbringen den Hauptteil ihres Lebens in den Entwicklungsstadien – Monate bei den einen, Jahre bei manch anderen. Auch dafür bietet der Parsberg die ideale Umgebung. „Den einen Lebensraum für Schmetterlinge gibt es nicht“, so der LBV-Experte. Manche würden sonnige Plätze mögen, andere schattige. „Das gleiche gilt für die Nahrung.“ Es gebe monophage Arten, die sich nur von einer bestimmten Pflanze ernähren können, andere seien polyphag und nicht so wählerisch.

Ebenso weiß Rudolph, dass Schmetterlinge nicht nur schön anzusehen, sondern auch bisweilen während ihres Entwicklungsstadiums kleine Künstler sind. „Der kleine Rauchsackträger etwa nimmt es sehr genau.“ So erklärt Rudolph, dass die von der Raupe angesponnenen Halmstücke ein paralleles Muster ergeben. Experten, so Rudolph, würden an solchen Mustern teilweise erkennen können, ob es sich um ein Männchen oder ein Weibchen der Raupe handele.

Der Nutzen

Ein wenig wird der Schmetterling trotz aller Schönheit entzaubert. Denn einen für den Menschen auf den ersten Blick erkennbaren Nutzen gibt es nicht, auch wenn Rudolph das ein wenig anders sieht: „Ohne Bestäubung gibt es keine Früchte.“ Das könne man überall beobachten, auch um den Parsberg. „Man braucht nur vor die eigene Haustür gehen und genau hinsehen“, rät Rudolph. Genau deswegen biete der LBV solche Exkursionen an.

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