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Unübersehbar: Der Germeringer Fan-Block mit den Deutschland-Fahnen und den Docuware-Mützen. Oben rechts ist das Banner zu sehen, das wegen der Befestigungsstangen aus Holz fast nicht ins Stadion gekommen wäre.

Mit dem Lena-Dürr-Fanbus zum Ski-Spektakel nach Österreich

Weltcup-Arena fest in Germeringer Hand

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Germering – Rund 70 Germeringer haben den Weltcup-Nachtslalom in Flachau zu einem Heimrennen für die deutschen Starterinnen werden lassen. Die Unterstützer setzten mit ihren Deutschland-Fahnen und weißen Mützen nicht nur optisch ein Zeichen.

Da staunten sogar die Gastgeber des Weltcup-Slaloms im Salzburger Land: Als die Germeringer, ausgerüstet mit einem riesigen Lena-Dürr-Banner, mit leichter Verspätung zum Fancontest kamen, der im Vorfeld des Rennens von der Kronen-Zeitung durchgeführt wurde, wollte man sie zunächst gar nicht mehr mitmachen lassen. Das wurde dann aber angesichts der Menge der Unterstützer schnell revidiert: 70-köpfige Fangruppen sind nicht alltäglich im alpinen Weltcup.

Über die Entscheidung der Jury freuten sich nicht nur Docuware-Geschäftsführer Jürgen Biffar und Oberbürgermeister Andreas Haas, der mit Ehefrau Petra im Bus dabei war. Jubeln konnten alle Teilnehmer – auch weil Lenas jüngere Schwester Franzi Dürr zum Wettbewerb antrat und in einer Art Gaudi-Biathlon noch den dritten Platz schaffte. Das brachte 100 Euro ein, die Biffar anschließend dem Ski-Nachwuchs des SV Germering (SVG) spendete.

Im Ziel: Lena Dürr grüßt nach dem ersten Durchgang, den sie als Zwölfte beendet, ihre zahlreichen Fans aus der Germeringer Heimat.

Die Skifahrer des SVG stellten den größten Anteil unter den mitgefahrenen Lena-Fans. Viele Kinder und Jugendliche nutzten die „einmalige Chance“, so Jürgen Biffar, so ein Spektakel einmal aus nächster Nähe zu sehen. Bevor Biffar und die Germeringer dann auf der Tribüne am Zieleinlauf Platz nehmen konnten, mussten allerdings noch einige unvorhergesehene Hürden überwunden werden. Das Fan-Banner kam nicht durch die relativ strengen Einlasskontrollen, bei denen Rucksäcke und Taschen durchsucht wurden.

Grund: Die Holzstangen, mit denen das Banner getragen wurde, wurden aus Sicherheitsgründen nicht zugelassen. Biffar hatte allerdings Glück: Ein Fan-Artikelhändler, der vor dem Eingangsbereich seinen Stand aufgebaut hatte, überließ den Germeringern gegen einen geringen Betrag zwei lange Plexiglasstangen – dieses Material war erlaubt.

Auf der Tribüne verwandelten die 70 Germeringer dann die „Snow Space Arena“ bei jeder deutschen Starterin in ein Tollhaus. Mit ihren weißen Docuware-Mützen und den Deutschland-Fahnen waren sie nicht zu übersehen. Der Stadionsprecher nahm dies immer wieder mit Bewunderung zur Kenntnis und forderte die rund 15 000 Zuschauer auf, nach „links oben auf die Tribüne zu schauen: Ganz Germering sitzt heute nicht vor dem TV, weil ein großer Teil hier ist.“

Am stärksten war natürlich die Begeisterung, als Lena Dürr mit Starnummer 14 ins Ziel kam und den ersten Lauf immerhin als 12. beendete. Die 25-jährige Germeringerin beließ es da nicht mit einem Winkgruß in Richtung ihrer Fans – sie verließ den eingezäunten Zielbereich, kletterte die Tribüne nach oben und bedankte sich aus nächster Nähe bei ihnen – für Schwester Franzi war sogar noch eine Umarmung drin.

Auf der Tribüne: Lena Dürr im Gespräch mit Schwester Franzi und den Fans.

Dass Lena Dürr nach dem zweiten Durchgang, der gegen 21.30 Uhr beendet war, dann nur noch 14. war, tat der Stimmung der Germeringer ebenso wenig Abbruch wie die eisigen Temperaturen – immerhin mussten die Fans rund sechs Stunden bei minus 13 Grad aushalten, ehe sie wieder in den warmen Bus steigen konnten. „Das war doch gut“, beurteilten die Fans Lenas Fahrten. Außerdem wurden sie ja noch durch die Leistung einer zweiten Deutschen entschädigt: Als Christina Geiger im zweiten Durchgang mit einem sensationellen Lauf nach vorne fuhr und einige Zeit sogar auf den Podiumsplätzen lag, war die Begeisterung riesig.

OB Andreas Haas, selbst passionierter Skifahrer, erinnerte außerdem daran, dass das Rennen auch einen anderen Verlauf hätte nehmen können: „Lena hätte ja auch im ersten Durchgang ausscheiden können.“ Er empfand den außergewöhnlichen Ausflug ins Salzburger Land als großartiges Erlebnis.

Auch Jürgen Biffar war am Ende mehr als zufrieden. Docuware habe das so genannte Head-Sponsoring nicht in der Erwartung gemacht, dass Lena Dürr regelmäßig aufs Siegerpodest fährt. Vater Peter Dürr habe im Vorfeld immer klar gemacht, dass die Plätze zehn bis 15 der Bereich sei, der für seine Tochter realitisch ist. Deswegen sei der überragende 6. Platz, mit dem sich Lena Dürr vor kurzem für die WM in St. Moritz qualifiziert habe, aus Sicht von Docuware natürlich großartig gewesen.

Einen Fanbus in den Schweizer Edel-Skiort wird Biffar zwar nicht organisieren. Aber eine Wiederholung des Flachauer Spektakels hat er bei der Rückfahrt schon in Aussicht gestellt: „Da gibt es doch nächstes Jahr wieder einen Nacht-Slalom. Warum sollten wir das nicht wiederholen?“

kg

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