Kopfwerbung mit Herz und Verstand: Lena Dürr und Jürgen Biffar machen auf und neben den Weltcup-Pisten gemeinsame Sache. Beide sind waschechte Germeringer. foto: weber

Kopfsache

Germeringer Firma sponsert Ski-Star Lena Dürr

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Germering – Germering fährt nicht nur im, sondern jetzt auch auf dem Kopf mit, wenn für Lena Dürr am Samstag in Sölden die neue Ski-Weltcup-Saison gestartet wird. Ihr neuer Hauptsponsor ist ein in der Stadt ansässiges Software-Unternehmen.

 Jürgen Biffar, Gründungsvater und Chef des gleich neben der Stadthalle ansässigen Software-Unternehmens Docuware, präsentierte sein neues Aushängeschild einer auserlesenen (vornehmlich skifahrenden) Schar seiner Mitarbeiter. Und die löcherten Lena Dürr einen Tag vor ihrer Abreise zum Weltcup ins bereits tief verschneite Sölden (Österreich) mit einem ganzen Fragenkatalog. Wie denn ein Weltcup-Tag so gestaltet wird, wenn die TV-Kameras abgeschaltet sind? Wie viele Skier sie im Verlauf einer Saison verschleißt? (mehr als 20). Wie das so ist mit dem Tunnelblick?

Auf alles gab’s eine knappe Stunde lang Antworten. Die in der Anfangszeit ihrer Karriere nicht gerade redselige Athletin präsentiert sich mittlerweile auf Augenhöhe mit Ski-Größen wie Viktoria Rebensburg und Felix Neureuther. Oder Fritz Dopfer. Nein, diesen Namen klammert sie beim Rede-Antwort-Spiel diskret aus. Konsequent behält Lena Dürr ihr Privatleben in der Schublade. Fragen zur Liaison mit dem 29-jährigen aktuellen Slalom-Vizeweltmeister aus Schongau mit Wahlheimat Garmisch – dort ist auch seine Lebensgefährtin mit Zweitwohnsitz gemeldet – bleiben ein Tabu-Thema. Lange genug konnten beide ihre Beziehung ohnehin vor der breiten Öffentlichkeit geheim halten. Als es dann vor zwei Jahren doch rauskam, wurde kein großes Tamtam veranstaltet. Und dabei bleibt’s!

Ganz offen geht Lena Dürr stattdessen mit ihrem weiteren Familienumfeld um. Papa Peter, ebenfalls ein ehemaliges Ski-Ass mit olympischen Ehren, war bei der Sponsor-Präsentation ebenso dabei wie die Mama und die beiden im Weltcup-Zirkus ebenfalls schon unterwegs gewesenen Schwestern Kathi und Franziska. Vor zehn Jahren feierte Lena Dürr in Zagreb ihr Weltcup-Debüt. Seitdem wartet sie aber auch auf den ganz großen Durchbruch. Ihren größten Erfolg landete sie 2013 beim Nachtslalom in Moskau, wo sie zum bislang einzigen Mal ganz oben auf dem Treppchen stand.

Heuer soll’s nun was werden mit dem Podest. Nicht so sehr im Riesenslalom, der am morgigen Samstag (10 und 13 Uhr in Sölden, Eurosport überträgt live) gestartet und wo die 25-Jährige schon aufgrund ihrer Startnummer (über 40) eine schlechtere Piste vorfinden wird. Sondern eher auf den Slalomstrecken, ihrer Spezialdisziplin. Etwa der beim Nachtrennen in Flachau, ihrer von Zuschauermassen flankierten Lieblingspiste. Trainiert hat sie dafür nach nur drei Wochen Urlaub seit April. Vornehmlich auf Gletschern in der Schweiz. Früher übliche Übersee-Trainingslager wie in Chile oder Neuseeland, wo es Winter ist, wenn in Europa die Hitzewelle tobt, hat der Deutsche Skiverband aus Kostengründen gestrichen.

Keine Kosten gescheut hat dagegen Jürgen Biffar, um neben Unterpfaffenhofens Handballern nun einen echten Star zu sponsern. Über die Summe, was Dürrs „Kopfwerbung“ auf Helm und Mütze kostet, wird zwar nicht gesprochen. Doch über seine PR-Strategie plaudert der Unternehmer, dessen Firmenidee vor 25 Jahren am Rande eines Handballspiels entstand, munter drauflos: „Das Sponsoring hat Abfärbe-Charakter auf das Unternehmen und seine Mitarbeiter.“

Nicht umsonst gilt Docuware als ausgesprochen sportliche Firma. Biffar selbst joggt mit seinen Kollegen regelmäßig durch Germering. Und wenn die Weltcup-Saison vorbei ist, kommt Lena und macht mit ihnen ein Extra-Trainingslager.

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