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Vor zwei Jahren überreichte OB Andreas Haas die Fairtrade-Urkunde an (v.l.) Linda Zeck (mit Sohn Noah), Michaela Radykewicz, Klaus Dieter Kahn und Theodor Kreis (beide im Aufsichtsrat der Genossenschaft. Mit dabei war Thomas Wieser (3.v.l.), Leiter des Sachgebiets Umweltschutz im Bauamt.

Jubiläum

So wurde der Weltladen zehn Jahre alt

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Der genossenschaftlich geführte Weltoffen-Laden in der Otto-Wagner-Straße wird zehn Jahre alt. Gefeiert wird dies im Rahmen der „Fairen Woche“ der Stadt, die am kommenden Dienstag beginnt.

Germering– Vor elf Jahren haben Monika Palinkasch, Petra Dunkel und Maja Vitt eine Idee geboren, die ein Jahr später Wirklichkeit werden sollte. Sie wollten einen Laden öffnen, in dem ausschließlich fair gehandelte Waren aus der so genannten Dritten Welt verkauft werden sollten. Es war von Anfang an als Genossenschafts-Modell geplant. Die Frauen gründeten eine Initiative, die für den Kauf von 100-Euro-Anteilen warb, um den notwendigen Grundstock von 25 000 Euro zusammen zu bekommen. Am 23. September 2008 war es dann so weit. Der „Weltoffen“-Laden konnte eröffnet werden.

Eine der damaligen Anteilskäufer war Michaela Radykewicz. Sie ist mittlerweile Vorsitzende der Genossenschaft. Im Gespräch mit dem Münchner Merkur erzählt sie, dass ihre Verbundenheit mit dem Laden auch einem Zufall zu verdanken st.

Michaela Radykewicz war vor zehn Jahren noch Stadträtin der Grünen und trat als Kandidatin für das Bürgermeister-Amt an. Als sie zum ersten Mal von der Idee der Laden-Gründung hörte, habe sie sich gedacht: „Drei Frauen – wenn das mal gut geht.“ Dass sie kurz darauf mehrere Anteile erwarb, entsprang einer zufälligen Begegnung. Radykewicz erinnert sich: „Es war Wahlkampf und ich war neben OB Andreas Haas am Wochenmarkt vor der Stadthalle um Stimmen zu sammeln.“ Zur selben Zeit habe Maja Vitt am Markt für den Weltladen geworben. Vitt sei auf sie zugekommen und habe gefragt: „Machst du mit?“ Und daraufhin hat Radykewicz spontan mehrere Anteile gekauft.

Nach der Gründungsversammlung und der Laden-Öffnung sei sie acht Jahre lang nur treue Kundin gewesen. Erst als Weltoffen vor zwei Jahren vor dem Aus stand, weil sich keine Nachfolgerinnen fanden, als zwei Vorstandsfrauen sich zurückzogen, sei sie eingesprungen. Es wäre eine Schande gewesen, wenn der Laden nicht gerettet worden wäre, erzählt sie. Gemeinsam mit Linda Klewer führt sie seitdem Laden und Genossenschaft.

Die Geschäfte im Laden laufen im zehnten Jahr des Bestehens einigermaßen passabel, so Radykwicz: „Wir können die Miete und die Nebenkosten bezahlen. Und es bleibt sogar noch was übrig für eine Spende.“ Allerdings müsse man bedenken, dass der Laden nur mit ehrenamtlichen Helfern geführt werde. Es sei nach wie vor so, dass der Fairtrade-Gedanke noch nicht die Rolle führe, die er verdient. Dabei spiele der Kaufpreis oft eine Rolle. Man achte deswegen darauf, mit den Preisen einigermaßen im Rahmen zu bleiben.

Jubiläum: Gefeiert wird das zehnjährige bestehen am Donnerstag, 27. September, 17 Uhr, im Weltoffen-Laden an der Otto-Wagner-Straße 4-6 mit Fingerfood und Überraschungen. Den ganzen Tag über gibt es zehn Prozent Rabatt auf das Kunsthandwerk- und Schmucksortiment.

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