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Zu wenig Erzieher: Kitas weisen Kinder ab

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Germering - Die Situation im Bereich der Kinderbetreuung hat sich weiter zugespitzt: Zum neuen Schuljahr bekommen aktuell 60 Krippen- und mindestens 53 Kindergartenkinder keinen Platz. Grund ist vor allem fehlendes Personal in den Einrichtungen.

Die Einschreibung in die Kinderbetreungseinrichtungen in der Stadt ist abgeschlossen, die vorhandnen Plätze sind vergeben. Allerdings sind viele Kinder auf Wartelisten gelandet, obwohl es ausreichend Räume für sie gäbe. Sozialamtsleiter Martin Rattenberger hat dies jetzt im Sozialausschuss so beschrieben: „Vor allem im Kindergartenbereich gibt es zwar ausreichend Plätze. Aber ganze Gruppen können nicht belegt werden, weil das Personal fehlt.“ Man werde aber auch in Gesprächen mit den Trägern der Einrichtungen alles versuchen, um weitere Kräfte zu finden: „Wir sind optimistisch.“ Seine Zuversicht begründete Rattenberger auch mit der Tatsache, dass die Stadt erhebliche Anstrengungen zur Personalgewinnung und -sicherung unternimmt: Das reicht von Personalwohnungen bis hin zur Hilfe bei der Arbeitsplatzsuche von Partnern. Auch die vor kurzem beschlossene Beteiligung am Modellversuch „Erzieherausbildung mit optimierten Praxisphasen“ könne dabei helfen.

Die Raumsituation ist vor allem auch deswegen relativ komfortabel, weil die Containeranlage an der Kreuzlinger Straße, die ein Jahr lang vom Kindergarten Kleiner Muck genutzt worden war, noch bis 2018 zur Verfügung steht. Hier können bis zu sechs Gruppen auch für Krippenkinder unterkommen. Die Stadt werde dort auch als Träger auftreten.

OB Andreas Haas wies darauf hin, dass die Stadt in den vergangenen Jahren die Kinderbetreuung erheblich ausgebaut habe und dabei bis an die Grenzen gegangen sei. Er versprach, weiter aufzustocken und alles zu tun, dass sich die Lage entspannt: „Wir werden es in den Griff bekommen.“ Er meinte aber auch, dass die Stadt von der Entwicklung überrollt worden sei: Die jetzigen Anmeldezahlen seien im jüngsten Bedarfsplan erst für 2018 erwartet worden.

Kindergartenreferentin Eike Höppner (SPD) wies noch auf eine Tatsache hin, die den wenigstens bekannt ist: Das Bayerische Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG) lege einen Personalschlüssel für die Betreuung fest. Einrichtungen, die diesen Schlüssel mangels Personal nicht erfüllen können, laufen Gefahr, die Fördermittel des Freistaats und der Stadt zu verlieren: „Das ist ein großes Risiko. Das gehen die Träger nicht ein.“ Folge: Ganze Gruppen werden gar nicht erst angeboten.

Mittagsbetreuung: Container-Aufstockung um ein Jahr verschoben

Die Containeranlage neben der Kleinfeldschule, in der die Arbeiterwohlfahrt (AWO) die Mittagsbetreuung betreibt, kann nicht wie vom Stadtrat beschlossen zum neuen Schuljahr aufgestockt werden. Grund: Die Firma, die die Container herstellt, hat Lieferschwierigkeiten. Dies gab OB Andreas Haas jetzt im Sozialausschuss bekannt. Weil die zusätzlichen Plätze im neuen Schuljahr dringend benötigt werden, habe man mit der Schule und der AWO nach einer Lösung gesucht – und auch eine gefunden. Demnach wird die Aufstockung der Container um ein Jahr verschoben – bestellt werden die notwendigen Einheiten aber schon jetzt.

Bis die Anlage an der Kleinfeldstraße erweitert worden ist, wird jetzt am Volksfestplatz eine dreigruppige Containeranlage aufgestellt, für die man auch schon eine verbindliche Zusage hat – im Gegensatz zur Aufstockung, die zu den bestehenden Containern passen müssen, hat man hier mehr Möglichkeiten. Diese Container werden für ein Jahr angemietet. Die Gesamtkosten inklusive Aufbau, kompletter Einrichtung und Abbau betragen rund 280 000 Euro.

Kindergartenreferentin Eike Höppner (SPD) stimmte dieser Lösung zwar zu. Sie wies aber auch darauf hin, dass die Kosten pro Kind und Monat sich bei dieser Variante auf rund 260 Euro belaufen: „Ich hoffe, die Eltern nehmen das zur Kenntnis.“ Die Tatsache, dass mittlerweile 80 Prozent der Grundschüler am Nachmittag an den Schulen weiter betreut werden müssen, betrachtete Höppner äußerst kritisch: „Das ist grenzwertig.“ Wenn das so weitergehe, müsse man die Betreuung ausschließlich über und an den Schulen regeln. Die getrennt angebotene Mittagsbetreuung sei dann nicht mehr machbar.

OB Andreas Haas sah dies auch so: „Wir stoßen mit vielen Dingen bei der Kinderbetreuung mittlerweile an unsere Grenzen.“ Weil es bei der Mittagsbetreuung vor allem ein Raumproblem sei, müsse diese gegebenenfalls künftig an der Schule selbst stattfinden.

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