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Ärztecamp in Bangladesch

Wenn Mediziner auf dem Wasser helfen

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Germering - Der Hilfsverein Ärztecamp International hat einen ungewöhnlichen Einsatz in Bangladesch beendet: Eine Woche lang behandelten Helfer auf einem Klinikschiff die Ärmsten der Armen.

Dorothea Licht, die das Ärztecamp ins Leben gerufen hat,  hat schon unzählige Hilfseinsätze in allen Ecken dieser Welt hinter sich. Als Organisatorin für Plan International war sie unter anderem in Ruanda und Mali, mit dem von ihr 2012 gegründetem Ärztecamp International in Togo und Bangladesch. Eine Hilfsaktion wie jetzt hat sie allerdings auch noch nicht erlebt: Mit einem rein weiblichen Team half sie eine Woche lang auf dem Schiff Friendship im Golf von Bengalen insgesamt rund 1400 Menschen – der Dreimaster ist früher unter dem Namen Rainbow Warrior für Greenpeace gesegelt.

Die Hilfsorganisation Friendship Bangladesh kaufte das Schiff vor vier Jahren und baute es mit Hilfe der Emirates Foundation in ein schwimmendes Krankenhaus um. Seit drei Jahren ist es im Einsatz. Die reguläre Hilfscrew um den ärtztlichen Leiter Dr. James, einem Allgemeinmediziner aus Bangladesch, werden immer wieder von Spezialisten aus dem Ausland unterstützt, die unterschiedliche Fachrichtungen abdecken.

Die Helferinnen um Dorothea Licht, vier Ärztinnen und eine Schwester aus ganz Deutschland, waren vor allem für Bauchoperationen zuständig. Sie führten in den sieben Tagen auf dem Schiff rund 40 Operationen und unzählige kleinere Behandlungen durch – dass der OP-Raum vier Meter unter dem Wasserspiegel lag, war nur eine der Besonderheiten. Dorothea Licht berichtet mit Begeisterung vom Erlebnis: „ Es war einfach toll.“ Die Tatsache, dass man auf dem Schiff gearbeitet und auch gelebt habe, habe den Einsatz ganz anders gemacht als sonst: „Es war ruhiger und konzentrierter. Und weil wir am Abend mit der Crew alleine an Bord blieben, entwickelte sich ein richtiges Familiengefühl.“

Die Patienten seien am Ufer registriert und dann schubweise in kleinen Fährbooten an Bord gebracht worden. Weil es sich bei den Menschen in der Region fast ausschließlich um Muslims handle, sei es eher vorteilhaft gewesen, dass das deutsche Hilfsteam rein weiblich war, erzählt Licht: „Frauen hätten sich von männlichen Ärzten nicht behandeln lassen. Und die männlichen Patienten hatten überhaupt kein Problem damit, dass wir nur Frauen waren.“

Der Einsatz sei so gut verlaufen, dass eine Wiederholung geplant sei: „Wenn alles klappt, wollen wir künftig ein- bis zweimal im Jahr auf dem Schiff sein.“ Der Arzt vor Ort wünsche sich das jedenfalls.

Die Emirates Foundation, wie die Stiftung der bekannten Fluglinie heißt, hat nicht nur den Ausbau und die Ausstattung des Schiffes finanziert. Und zwar so gut, dass Licht meinte: „Da hat es an nichts gefehlt. Von der Apotheke über den Zahnarztstuhl bis hin zum OP-Saal sei alles vorhanden gewesen. Die Stiftung hat auch den Einsatz gefördert und den deutschen Helferinnen den Flug bezahlt.

Jahresversammlung

Ärtztecamp International lädt zur öffentlichen Jahresversammlung ein. Sie findet am Donnerstag, 7. April, um 19.30 Uhr in der Bonhoeffer-Kirche, Goethestraße 30, statt. Dabei werden auch Filme über den jetzigen Einsatz und über den des Vorjahres in Togo gezeigt.

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