Aktentzeichen xy

Wenn der Tatort nach Süden rückt

Germering bleibt ein beliebter Drehort für Aktenzeichen XY. Das ändert sich auch dann nicht, wenn die Tat im Norden der Republik geschah.

Germering – Die Stadt und der Landkreis werden gerne zu Dreharbeiten für Aktenzeichen XY genutzt. Es wäre laut Produktionsfirma Securitel in vielen Fällen einfach zu kostspielig, das gesamte Equipment, die Filmcrew und die Darsteller an den Originalort des Geschehens zu bringen. Zudem sei die Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden sehr gut.

Der jetzt an der Nimrodstraße gedrehte Fall geschah in einem Haus zwischen Bremen und Lüneburg, in dem ein knapp 70 und 80 Jahre altes Ehepaar lange gewohnt hat. Es diente ihnen als Zwischenstation für eine Reise nach Schweden. Die beiden freuten sich darauf, doch sie wurden Opfer eines Raubüberfalls. Uhren, Schmuck, Computer und etwas Bargeld gehören zur Beute. Die herzkranke Frau erlitt einen Herzinfarkt, konnte aber wiederbelebt werden.

Für die Darsteller Sarah Camp und Philip Sonntag ist die Arbeit zwar Routine, bringt aber doch etwas Neues. „Ich habe noch nie ein Opfer gespielt“, erzählt Sonntag, der schon in mehreren Tatorten und auch bei den Rosenheim-Cops mitgewirkt hat. Das hat er mit seiner Filmpartnerin Sarah Camp gemeinsam. Auch in ihrer Biografie stehen einige Krimiserien. Insofern sei die thematische Umgebung bekannt.

Dass sie nun nicht eine Rolle spielen, die sich ein Drehbuchautor ausgedacht hat, sondern einen realen Fall, in dem Menschen betroffen sind, ist für die beiden Darsteller letztendlich nicht von Bedeutung. „Sicher hat man Mitgefühl mit den Opfern“, gesteht die in München wohnende Camp. Aber das müsse man beim Drehen ausblenden. „Man muss sich auf die Rolle, die Gegebenheiten und die Darstellung konzentrieren“, ergänzt der 75-jährige Sonntag noch.

Auf Details achten muss auch Aufnahmeleiter Christoph Soldam. Schließlich soll der Film dazu beitragen, einen Fall aufzuklären. „Da darf nichts Falsches ablenken“, erklärt er. Daher wandert auch der Hundenapf und der Blumentopf der eigentlichen Bewohner des Germeringer Einfamilienhauses schnell aus der Szene.

Aber auch die Segnungen einer Wetter-App werden genutzt, um die recht eng getakteten Drehtermine möglichst reibungslos ablaufen zu lassen. Als Technik und Kameras aufgebaut werden, regnet es an diesem Tag in Germering. Ein Blick aufs Smartphone verspricht Besserung, die Regenpause passt besser ins Drehbuch. Dieses ist bei XY stets aber sehr eng durch die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei vorgegeben. Künstlerische Freiheiten sind kaum angesagt.

Gleichwohl beobachtet die Filmcrew die Ausstrahlung der Sendung unter fachlichen Gesichtspunkten. Dann diskutieren Regisseur Boris Keidies, Kameramann Ivan Minov und ihre Assistenten Danielle Kahle sowie Steffen Dubouis über schlechtes Licht, gute Darstellung oder darüber, dass Bärte als falsch zu erkennen waren.

Wann der Fall ausgestrahlt wird, ist noch unklar. Das kann sich nach Tagesaktualität ausrichten. (hk)

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