Germering

Wie kommen die Radler ins Neubaugebiet?

Der Bebauungsplan für das Gebiet zwischen Augsburger Straße, Hochrainweg und Köhlerstraße steht kurz vor dem Abschluss. Bevor der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung das endgültige Okay gibt, muss aber vor allem noch eine Frage geklärt werden: Wie wird das Neubaugebiet für Radfahrer erschlossen?

Germering– Östlich der Feuerwehr Germering ist zwischen der Köhlerstraße und dem Hochrainweg ein dreiteiliges Gewerbegebiet und ein zweiteiliges Wohngebiet für rund 350 Menschen geplant. Den dafür notwendigen Bebauungsplan und eine Änderung des Flächennutzungsplanes hat der Stadtrat im Juli gebilligt und öffentlich ausgelegt.

Wie Stadtbaumeister Jürgen Thum jetzt im Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss berichtete, sind seitdem von Seiten der Bürger keine Stellungnahmen eingegangen. Zu Wort gemeldet haben sich das Landratsamt, der Bund Naturschutz und der Umweltbeirat – alle recht knapp vor dem Ende der Frist am vergangenen Montag. Dabei sorgte vor allem ein Einwand des Umweltbeirates für eine längere Diskussion. Das Gremium hatte moniert, dass bei der Erschließung vom Gewerbegebiet Germeringer Norden her keine Fahrradwege vorgesehen sind. Es sei „nicht verantwortungsvoll, dass die Nutzung der Erschließungsstraße für Fahrräder, Pkw und Lkw gleichberechtigt erfolgen soll“.

Fahrradwege würden im Nichts enden

Stadtbaumeister Thum begründete dies damit, dass die Erschließung im Germeringer Norden auf die Emmy-Nöther-Straße trifft, die wie alle Straßen im Gewerbegebiet ohne Fahrradwege geplant worden sei. Wenn man jetzt vom Neubaugebiet aus wie gefordert beidseitige Fahrradwege anlege, endeten die im Nichts. Außerdem gebe es für Radler noch die Erschließung über den Hochrainweg.

Umweltreferentin Angelika Kropp-Dürr (Grüne) und ihr Fraktionskollege Hadi Roidl konnten das nicht nachvollziehen. Im Hinblick auf eine notwendige Verkehrswende müsse man jetzt schon Signale setzen, meinte Kropp-Dürr: „Wir müssen den Radlern mehr Platz einräumen.“ Der Hochrainweg sei außerdem in einem schlechten Zustand und kaum zu befahren. Hadi Roidl ging noch weiter und forderte in „Voraussicht auf die Zukunft“ die Planung eines beidseitigen Radwegs.

Die Frage von Hans Pichelmaier (CSU), ob denn wenigsten Platz für einen einseitigen Radweg sei, konnte Thum nicht beantworten: „Das müssen wir prüfen.“

Anregung des Bund Naturschutz

Diese Prüfung soll jetzt auf alle Fälle bis zur nächsten Stadtratssitzung erfolgen. OB Andreas Haas regte an, den Bebauungsplan zwar zur Billigung zu empfehlen, die Frage der Radwege aber noch klären zu lassen. Bis dahin soll auch eine weitere Anregung des Bund Naturschutz (BN) geprüft werden. Die im Bebauungsplan angeführte Pflanzliste sollte dem BN zufolge zugunsten heimischer Pflanzen geändert werden.

Eine weitere Forderung des BN, im Bebauungsplan nicht nur die Begrünung der Dächer sondern auch der Fassaden vorzuschreiben, wurde allerdings nicht berücksichtigt. Dies könne man nicht pauschal fordern, weil man noch nicht wisse, wie die Fassaden aussehen werden, meinte Stadtbaumeister Thum. Man könne dies lediglich als Hinweis im Plan aufnehmen.

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