Bei der Vorstellung der Kriminal- und Verkehrsstatistik präsentierten Inspektionsleiter Jürgen Dreiocker (l.), sein Stellvertreter Andreas Ruch (2.v.l.) und Erich Heinz (im Auto) den neuen Elektroflitzer des Polizeipräsidiums. Mit dabei: Allings Bürgermeister Frederik Röder (3.v.l.), Germerings Vize-Rathauschef Wolfgang Andre und Gilchings Bürgermeister Manfred Walter. foto: gehre

Kriminalstatistik

Wieder mehr Straftaten in Germering

Die Zahl der Straftaten im Zuständigkeitsbereich der Germeringer Polizei ist im vergangenen Jahr angestiegen. Insgesamt zählten die Beamten in Germering, Gilching und Alling 2203 Verbrechen. 

Germering – Wie bereits in den vergangenen Jahren ist der Diebstahl Spitzenreiter unter den Straftaten. Insgesamt registrierten die Beamten 567 Fälle. Vor allem Fahrräder standen wieder im Visier der Langfinger – im vergangenen Jahr kamen 174 Drahtesel abhanden. Steigende Zahlen präsentierten die Inspektionsleiter Jürgen Dreiocker und Andreas Ruch am Freitag bei der Vorstellung der Kriminalstatistik auch im Bereich der Vermögensdelikte. Tatort war dabei in erster Linie das Internet. „Das macht uns zu schaffen“, sagte Ruch. Die Täter säßen dabei fast immer im Ausland – vor allem in der Türkei. Doch wie auf hoher politischer Ebene sei auch die Zusammenarbeit mit den türkischen Ermittlern stark zurückgegangen.

Mehr gelöste Fälle

Auch die vielen Sachbeschädigungen machen den Beamten Sorgen. Insbesondere Gewalt gegen Autos beschäftigte 2017 die Polizei. Fast 180 Fälle wurden im vergangenen Jahr gezählt – ein Anstieg um 68 Taten. Immerhin: Rund 25 Prozent der Taten konnten auch aufgeklärt werden.

Überhaupt freuen sich die Germeringer Polizeichefs über eine stetig steigende Aufklärungsquote. Im vergangenen Jahr konnten die Ermittler aus der Waldstraße fast 64 Prozent aller Taten aufklären. „Wir haben eine sehr junge und motivierte Truppe“, erklärt Inspektionsleiter Jürgen Dreiocker die relativ hohe Quote der gelösten Fälle.

Sorgen bereitet den Beamten der erstmals seit Jahren wieder angestiegene Anteil der Jugendlichen bei den Gewalttätern. Er liegt bei gut 15 Prozent. „Es wird offenbar wieder schneller zugeschlagen“, konstatiert Andreas Ruch. Weitere 15 Prozent der insgesamt 218 Körperverletzungen wurden von Zuwanderern begangen. Bei den Diebstählen sind Flüchtlinge mit 9,8 Prozent vertreten.

Trotz des allgemeinen Anstiegs der Straftaten, sei das Leben in Germering aber noch immer sehr sicher. Die so genannte Häufigkeitszahl, also die Zahl der Taten pro 100 000 Einwohner, liegt in der Großen Kreisstadt bei 3714. Zum Vergleich: Für den gesamten Freistaat liegt sie bei 4533. Ruchs Fazit: „Bei uns geht es noch immer sehr gesittet zu.“

Für die Zukunft haben die Germeringer Ermittler sich vorgenommen, noch mehr Straftaten aufzuklären – und hoffen dabei auch auf die Mithilfe der Bevölkerung. Gerade bei Einbruchs- oder Diebstahlsdelikten sei man auf Zeugenhinweise angewiesen. Das Credo der Inspektionsleiter: Besser einmal zu viel anrufen, als einmal zu wenig. Und auch wenn sich der Verdacht als falsch herausstelle, habe man nichts zu befürchten. Dreiocker: „Wir sind dann nicht böse.“

Von Tobias Gehre

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