Jubiläum

Wittelsbacher Schule feiert mit Verspätung

Sie wollten schon vergangenes Jahr feiern, doch wegen des überraschenden Todes der damaligen Schulleiterin Ruth Hellmann wurde die Feierlichkeit zum 50-jährigen Bestehen der Wittelsbacher Schule ausgesetzt. Mit der „50 + 1 Feier“ wurde das Schulfest nun ein Jahr später nachgeholt.

Germering – Konrektorin Sigrid Stohl unterrichtet seit 33 Jahren an der Schule. Sie begrüßte als amtierende Schulleiterin neben zahlreichen Schülern und Eltern auch eine große Lehrerschaft – darunter viele ehemalige Kollegen sowie die Schulleiter der benachbarten Grundschule, der Realschule und des Carl Spitzweg Gymnasiums. „Es freut mich, dass auch Vertreter der Stadt hier sind – schließlich steht uns gemeinsam mit der Grundschule eine mehrjährige Umbauphase ins Haus. Wir freuen uns, dass unsere Schule fit für 2020 gemacht wird.“

Die Wittelsbacher Schüler hatten sich im Vorfeld eine Woche lang in 24 Arbeitsgruppen mit der Historie ihrer Schule beschäftigt und mit unterschiedlichsten Aktionen zum Gelingen des Festes beigetragen. Konrektorin Stohl warf einen Blick zurück und schwelgte gemeinsam mit den Kollegen in Erinnerungen: „Wie doch die Zeit vergeht. 1966 war die Kirchenschule zu klein geworden. Wir starteten mit 475 Volksschülern und 210 Gymnasten vom Max Born Gymnasium, die Schülerzahl stieg auf 1500, schließlich wurde die Grundschule ausgelagert.“

Bei ihrer Recherche sichtete die Konrektorin zahlreiche Jahresberichte. „Schon in den 1970er-Jahren wurde bei manchen Schülern flegelhaftes Verhalten festgestellt, das ist also beileibe kein Zeichen heutiger Zeit“, sagte sie mit einem Schmunzeln.

In ihrer Bilderschau erkannten sich bei diesem Klassentreffen der etwas anderen Art manch längst pensionierte Kollegen wieder. Zum Beispiel Fritz Meier, der von 1987 bis 1996 an der Schule war, oder Alfred Fruth. Der unterrichtete von 1969 bis 1995 und brachte vorwiegend die 9. Klassen auf Vordermann. „Fritz Meier war unser musikalischer Konrektor. Er holte uns Lehrer zum Dreigesang auf die Bühne und ich bin froh, dass es davon keine Tonaufnahmen gibt“, erzählte Stohl.

Jeder Schulleiter habe seine eigene Handschrift hinterlassen. So auch Meiers Nachfolger Wolfgang Miller, der das Streitschlichterprojekt ins Leben rief. „Gleiches gilt für Brigitte Kuckuck und Manfred Frank: Sie riefen Schülerfirma, Internetcafé, Vorlesetag und die Lernwerkstatt ins Leben oder holten Künstler an unsere Schule“, erinnerte Stohl.

1990 wurde die neue Turnhalle der Hauptschule eingeweiht. Bis dahin fand Sport noch auf der Bühne in der Aula statt. „Es wurde ein neuer Verwaltungstrakt gebaut, wir bekamen ein Lehrerzimmer mit Terrasse, um das wir beneidet wurden“, erzählte Stohl. Es war auch Raum für die Schulsozialarbeit geschaffen worden – ein Modellprojekt, mit dem die Wittelsbacher Schule zum Vorreiter wurde. 2005 wurde die erste Ganztagesklasse in der 7. Jahrgangsstufe eingerichtet.

„Nicht viele Schulen können mit uns mithalten, bei uns ist viel bewegt worden“, sagte Stohl. Ob Sommerfest mit 2000 Besuchern, Umweltwoche mit den Wellküren, Theater, Musik, Tanz oder Preise bei Wettbewerben: „Mit unseren Aktivitäten braucht sich unsere Wittelsbacher Mittelschule nicht verstecken – ganz im Gegenteil.“

Die 2016 verstorbene Rektorin Ruth Hellmann, die „mit Schwung und Elan ihre Aufgabe gemeistert hat“, hat eine große Lücke in der Schulfamilie hinterlassen, bekannte Sigrud Stohl. Abschließend erklärte die Konrektorin: „Ich bedanke mich bei allen Kollegen, die viele Projekte ermöglicht haben und unsere Schule zu dem gemacht haben, was sie heute ist.“ (akk)

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