+
Mit dem Smartphone am Beckenrand: In anderen Bädern sind die Mini-Computer inzwischen explizit verboten – nicht so in Germering. 

Badegäste nutzen Gelegenheit zum Gratis-Surfen

Wlan im Freibad kommt gut an

Auf der Liegewiese auf dem Smartphone surfen, das klingt gut. Deshalb wurde fürs Germeringer Freibad auch Wlan eingerichtet. Doch das Thema ist heikel. Seit in anderen Bädern Handyfotos wildfremder Leute in Badekleidung ungefragt ins Internet gestellt wurden, herrscht teils Handyverbot. In Germering kein Problem?

Germering – Seit dem Beginn der Badesaison im Freibad gibt es dort neben dem leckeren Essen und den vielen Becken sowie dem Sprungturm und der neuen Wellenmaschine noch eine Zusatzattraktion für Badegäste. Die Gasversorgung Germering stellt für alle Besucher kostenloses Wlan zur Verfügung. Man mag sich fragen, ist es wirklich nötig, dass ein Freibad über eine kostenlose drahtlose Internetverbindung verfügt? Heutzutage sind Smartphone oder Tablet-PC überall mit dabei, aber auch im Schwimmbad? Warum nicht, man kann ja alles mit den kleinen Geräten machen. Nachrichten schicken, E-Mails schreiben, E-Books lesen oder einfach im Internet surfen. Was früher das Taschenbuch oder der Walkman war, ist heute der Touchscreen-Computer.

Doch eine Funktion beinhalten die technischen Wunderwerke auch, welche in Freibädern gar nicht gern gesehen ist. Sie können Fotos schießen und sofort ins Internet stellen. Weil damit Schindluder getrieben wurde, sind in einigen bayerischen Freibädern Smartphones und Tablets inzwischen gar verboten worden.

In Germering ist das nicht explizit der Fall. Es wird zwar im Eingangsbereich darauf hingewiesen, dass striktes Fotografie-Verbot herrscht, aber: „Ob die Leute Handys oder Tablets mit ins Bad nehmen, können wir ja gar nicht kontrollieren. Wie sollen wir circa 4000 Menschen in die Tasche schauen, das geht gar nicht“, erklärt Edeltraud Felser von den Stadtwerken.

Die Badegäste sind von dem Gratis-Wlan großteils begeistert. So auch Lisa Heller aus Germering. „Ich habe das noch gar nicht gewusst, dass es das hier gibt, aber ich finde es sinnvoll“, erklärt die 28-Jährige. „Ich kann beispielsweise im Internet nachschauen, was ich heute Abend kochen will oder einfach nur so surfen.“

Auf die Frage, ob sie sich vorstellen kann, dass bestimmte Menschen animiert sein könnten, doch zu fotografieren und die Bilder von anderen Badegästen ungefragt einfach online zu stellen, antwortet sie: „Nein, das wäre übertrieben. Ich denke, so etwas passiert nicht“, erklärt die 28-Jährige.

Die Schüler Artur und Marek aus Neuaubing finden das Wlan super. „Man hat zwar heutzutage eh schon eine Internet-Flatrate auf dem Handy, aber so spart man sich das Datenvolumen“, erklärt der 17-jährige Artur. Er und sein Freund würden sich nur wünschen, dass es mehr Hinweise auf die Verfügbarkeit des drahtlosen Internets gibt.

Für Max aus Germering und Sarah aus Alling ist das freie Wlan eine prima Idee. „Sonst würde man ja häufig sein Handy im Auto lassen oder es gar nicht erst mitnehmen. Jetzt kann man es zum lesen oder arbeiten benutzen“ sagt die 25-Jährige. Und Max ist auch begeistert: „Ich spekuliere privat ab und zu mit Aktien, und es kam schon vor, dass ich im Freibad war und die Kurse nicht checken konnte und Verlust gemacht habe, jetzt sollte das nicht mehr passieren.“

Für die beiden gehört kostenloses Wlan ohnehin in Zukunft zur Grundausstattung eines jeden öffentlichen Platzes oder jeder Einrichtung Auch sie hätten sich gewünscht, dass das Freibad aktiver auf die Verfügbarkeit hinweist. Die Bedenken, Spanner oder sogar Pädophile könnten durch das kostenlose Wlan verleitet sein, Bilder zu schießen und sie gleich online zu stellen, halten sie für abwegig. „Außerdem kann man doch heutzutage immer irgendwie Fotos machen und sie speichern. Da brauch ich kein Wlan, um sie irgendwann mal online zu stellen“, sagt der 25-jährige Max. (tel) 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Streit um Wahlergebnis: Germeringer (23) schlägt auf S-Bahn-Fahrgast ein
Ein 32-Jähriger reagierte am frühen Montagmorgen richtig. Der Mann wurde in einer S3 angegriffen. Anstatt zurückzuschlagen, holte er die Polizei. 
Streit um Wahlergebnis: Germeringer (23) schlägt auf S-Bahn-Fahrgast ein
Radl-Parkhaus statt Boxen
Mehr und vor allem sicherere Radl-Abstellmöglichkeiten hatte die CSU gefordert. Nun wurde ihr Antrag, zehn bis zwölf abschließbare Boxen am Bahnhof zu installieren, …
Radl-Parkhaus statt Boxen
Felix aus Puchheim
Katharina und Roland Müller aus Puchheim sind jetzt zu viert: Kürzlich erblickte Felix im Brucker Klinikum das Licht der Welt. Der stramme Bub wog am Tag seiner Geburt …
Felix aus Puchheim
Gröbenzell könnte um 5300 Bürger wachsen
Wie viele Bürger werden in den kommenden Jahren in Gröbenzell leben? Dazu gibt es nun Prognosen.
Gröbenzell könnte um 5300 Bürger wachsen

Kommentare