Die Erbauer der Kapelle mit Prälat Erich Pfanzelt. Ein großes Fest gab es wegen der Corona-Pandemie nicht.
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Die Erbauer der Kapelle mit Prälat Erich Pfanzelt. Ein großes Fest gab es wegen der Corona-Pandemie nicht.

Nur wenige Meter jenseits der Landkreisgrenze

Zwischen Germering und Aubing: Neue Kapelle lädt zur Rast ein

  • Tobias Gehre
    vonTobias Gehre
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Zwischen Germering, Puchheim und München steht ein neues Gotteshaus. Gebaut haben die Kapelle die „Aubinger Holzknechte“ – aus Dankbarkeit für ein gutes Leben. Jetzt wurde der schlichte und gleichzeitig imposante Holzbau offiziell eingeweiht.

Germering/Aubing – Stolz steht sie da, mitten auf dem Feld zwischen Aubing und Germering. Komplett aus Weißtannen- und Zirbenholz errichtet, schnörkellos und schlicht mit einem steil aufragenden Dach sticht die sogenannte Holzknecht-Kapelle sofort ins Auge. Ein bisschen stolz ist auch Peter Nassl. Der Landwirt ist einer der Aubinger Holzknechte, die das neue Gotteshaus geplant und fast in Eigenregie errichtet haben.

Die Vereinigung hat sich die Förderung des Brauchtums und des Gemeinschaftssinnes sowie soziales Engagement in dem westlichen Münchner Stadtteil auf die Fahnen geschrieben. Die Kapelle haben sie allerdings aus einem anderen Grund gebaut: aus Dankbarkeit. „Wir dürfen in einer Zeit des Wohlstands leben, in Frieden und Sicherheit“, sagt Peter Nassl. Mit der Kapelle wollen sie ein Vergelt’s Gott in den Himmel schicken.

Über den Standort wurde lange diskutiert

Landwirt Peter Nassl gehört zum Team der Kapellen-Erbauer.

Entstanden ist die Idee vor rund drei Jahren bei einem der monatlichen Treffen der Holzknechte. Einfach haben es sich die Mitglieder nicht gemacht. „Schon um den Standort gab es lange Diskussionen“, sagt Peter Nassl. Keinerlei Debatte gab es hingegen beim Baumaterial. Stein und Beton kam für die Holzknechte nicht in Frage. Es sollten Bretter und Stämme sein. Errichtet haben die Holzknechte ihre Kapelle zu einem großen Teil in Eigenregie. Anpacken können sie alle. „Jeder hat sich so gut wie möglich eingebracht“, sagt Nassl. Nur der Rohbau aus dicken Stämmen wurde von einem Zimmerer gebaut.

Den Holzknechten war von Anfang an klar, dass ihre Kapelle ein einfaches, schlichtes Gebäude werden sollte. „Wir wollten keinen prunkvollen Bau“, sagt Peter Nassl. Die Holzkonstruktion sollte sich in die Natur, in der sie steht, gut einpassen, ein Teil von ihr sein.

Hunderte Arbeitsstunden fielen an

Wie viel Geld sie für das kleine Gotteshaus investiert haben, darüber schweigen sich die Holzknechte aus. Arbeitsstunden waren es aber mehrere 100. Doch darum geht es den bescheidenen Gläubigen gar nicht. Sie wollten etwas erschaffen, wovon alle etwas haben. Es sollte ein Platz zum Rasten und Innehalten werden, ein Ort für ein kurzes Gebet.

Innegehalten haben viele Spaziergänger schon während der Bauzeit, erinnert sich Nassl. Viele seien neugierig gewesen, was dort entsteht. „Und viele haben sich schon damals bei uns bedankt. Das hat uns sehr gefreut“, sagt Nassl.

Der hölzerne Altar wiegt 700 Kilogramm

Innen steht ein Holz-Altar.

Das schlichte Äußere setzt sich übrigens im Innenraum nahtlos fort. An den Wänden stehen eine Marien- und eine Jakobus-Statue. In einem kreuzförmigen Fenster, durch das man die Germeringer Skyline erkennt, hängt eine Jesus-Figur. Und dann ist da noch der Altar – ein rund 700 Kilo schwerer Teil eines gewaltigen Eschen-Stammes, oben abgeflacht mit einem Lebensbaum an der Front, geschnitzt von Pia Eisenhut.

Gerne hätten die Holzknechte die neue Kapelle mit einem großen Fest eingeweiht. Doch die Pandemie hat dem einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ihren Segen hat die Kapelle in einer kleinen Feier trotzdem bekommen. Die Weihe nahm Prälat Erich Pfanzelt vor. Ein wenig gefeiert wurde der Abschluss des Baus dann doch noch. Dabei wurde Bier ausgegeben, auf dessen Etikett die Kapelle prangt.

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