Germering

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Germering - Die SPD ist auf der Suche nach einem Vorsitzenden. In einem Brief an die örtlichen Sozialdemokraten ist von einer drohenden Auflösung des Ortsvereins die Rede, wenn sich kein Kandidat findet.

Mitglieder werden deswegen auch angerufen und gefragt, ob sie kandidieren wollen.

Im März hat der gewählte SPD-Ortsvorsitzende Klaus-Peter Müller überraschend sein Amt niedergelegt. Seitdem führen seine Stellvertreter Tinka Rausch und Christian Gruber die Geschäfte. Im Herbst soll dies wieder anders werden. Dann wird in der anstehenden Mitgliederversammlung ein neuer Vorstand gewählt. Bis jetzt hat der Ortsverein aber niemanden gefunden, der sich für das Amt des Vorsitzenden zur Verfügung stellt. In einem Brief an die „Genossinnen und Genossen“ heißt es wörtlich: „Trotz intensiver Suche ist es uns bisher leider nicht gelungen, einen neuen Vorsitzenden für unseren SPD Ortsverein zu finden. Wenn sich bis September kein neuer Vorsitzender oder eine neue Vorsitzende finden sollte, würde der Ortsverein aufgelöst und bei einem benachbarten Ortsverein eingegliedert werden.“

Die Angst vor einem solchen Szenario scheint bei der Partei durchaus groß zu sein. Mitglieder des amtierenden Vorstandes machen sich mittlerweile auch telefonisch auf die Suche nach einem Nachfolger für Klaus-Peter Müller. Dem Münchner Merkur ist ein langjähriges SPD-Mitglied bekannt, das fernmündlich gefragt wurde, ob er bereit sei, für das Amt zu kandidieren – der Betroffene lehnte ab. Christian Gruber wollte auf Nachfrage nicht bestätigen, dass per Telefon nach einem neuen Vorsitzenden gesucht werde. Dass man langjährige Mitglieder frage, ob sie sich im Vorstand engagieren wollen, sei aber durchaus üblich.

 Die im Brief an die Mitglieder geschilderte Möglichkeit, dass sich der Verein auflösen könnte, wird nach Einschätzung von Gruber nicht eintreten: „Davor habe ich keine Angst, das wird nicht passieren“. Es sei ja auch noch ein halbes Jahr Zeit. Außerdem verfüge der Ortsverein bereits über eine Liste von Mitgliedern, mit denen die Vorstandsposten besetzt werden können. Dritter Bürgermeister Helmut Ankenbrand, der selbst als Beirat im SPD-Vorstand sitzt, ist da etwas vorsichtiger. „Ich hoffe dass wir einen Vorsitzenden finden.“ Bislang sei man noch auf der Suche. Dabei sei es auch klar, dass man Mitglieder anspreche, ob sie mitmachen wollen. Dass sich der Ortsverein auflöst, ist für ihn nicht vorstellbar. „Wir sind immerhin eine Stadt mit 40 000 Einwohnern.“ Man dürfe nicht vergessen, dass die SPD in Germering eine lange und sehr erfolgreiche Tradition habe. Christian Gruber weist noch darauf hin, dass der Ortsverein auch nach dem Rückzug von Klaus-Peter Müller sehr lebendig gewesen sei: „Es ist ja nicht so, dass wir seitdem Stillstand haben.“ Man fahre mit der aktuellen Lösung, bei der Christian Gruber und Tinka Rausch die Geschäfte führen, ganz gut.

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