Eine Atemschutzmaske liegt auf einem Tisch.
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In ganz Deutschland herrscht derzeit Maskenpflicht. In Bayern ist sie besonders streng.

Hoffnung auf Einlenken von Söder-Regierung

FFP2-Mehrwegmasken? Fabrikant mit Klarstellung: „Überall nur nicht in Bayern“

  • Katharina Haase
    vonKatharina Haase
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Berichte über einen bayerischen Unternehmer, der FFP2-Masken im Mehrwegformat produzieren soll, haben für Wirbel gesorgt. Jetzt gibt es Aufklärung.

  • Berichte über einen Unternehmer aus Bayern, der FFP2-Mehrwegmasken herstellen soll, haben für Wirbel gesorgt.
  • Besonders das fehlende CE-Zertifikat der angeblichen FFP2-Masken erschien vielen fraglich.
  • Nun hat der Fabrikant selbst für Klarstellung gesorgt.

Germering (27. Januar, 9.45 Uhr) - Mit soviel Rummel um seine Masken hatte Norbert Metzen dann wohl doch nicht gerechnet. Der Unternehmer aus Germering im Landkreis Fürstenfeldbruck hat in den vergangenen Tagen unzählige Anfragen beantworten müssen. Immer ging es um den Mund-Nase-Schutz, die der Fabrikant in seinem Onlineshop verkauft.

Die verschieden bunt bedruckten Stoffmasken, die Metzen in seiner Fabrik in der Slowakei herstellen lässt und die von dem österreichischen Labor HygCen als medizinische Masken zertifiziert sind, können zusätzlich mit einem Vlies ausgestattet werden. Dies, so Metzen im Gespräch mit Merkur.de*, hebe die Masken quasi auf FFP2-Niveau. Da das Vlies austauschbar ist, wurde in den vergangenen Tagen mehrfach in verschiedenen Medien über die „FFP2-Mehrwegmasken“ des Germeringers berichtet. Bei der seit etwa einer Woche herrschenden FFP2-Pflicht in bayerischen Geschäften und dem ÖPNV* ein klarer Vorteil. Umweltschonend und preisgünstig - herrlich. Doch es gibt ein Problem.

FFP2-Mehrwegmasken aus Bayern: Interessenten verunsichert - Fehlende CE-Nummer

Was vielen Interessenten beim Durchstöbern von Metzens Online-Angebot sofort auffiel: Das Zertifikat der Firma HygCen bescheinigt zwar die Tauglichkeit als „medizinische Maske“, die für eine FFP2-Maske laut EU-Richtlinie vorgeschriebene vierstellige CE-Nummer ist darauf aber nirgends zu finden. Zudem seien die Masken nach ohnehin nicht als FFP2-Maske erkennbar, sehen sie doch aus, wie die bisher üblichen Corona*-Alltagsmasken. Der Aufschrei war groß: Metzen also ein Betrüger? Nein, stellt dieser jetzt klar, und erklärt die Angelegenheit im Gespräch mit Merkur.de.

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Keine FFP2-Mehrwegmasken: Hersteller erklärt - „Überall nur nicht in Bayern“

„Da wurde etwas falsch rübergebracht im ersten Artikel“, sagt Metzen, der sich damit auf die Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung bezieht. Dort war mehrfach von FFP2-Mehrwegmasken die Rede, die mit einem Kostenpunkt von 30 Euro inklusive 50 Vlies-Filtern extrem günstig im Vergleich zur Wegwerf-Variante sind. #

Tatsächlich, so bekräftigt er, sind die Masken, wenn sie mit dem Vlies ausgestattet werden, FFP2-tauglich. Ob sie allerdings tatsächlich die Standards erfüllen, die derzeit in bayerischen Geschäften sowie dem ÖPNV vorgeschrieben sind, lässt Metzen nach eigener Aussage gerade vom bayerischen Gesundheitsministerium prüfen. Ein gültiges Zertifikat zur FFP2-Tauglichkeit habe er aber tatsächlich nicht. Deshalb, so Metzen, „können sie die Masken derzeit überall in Deutschland problemlos zum Einkaufen nutzen - außer in Bayern.“ Denn im Rest Deutschlands sind die Regeln etwas lockerer. Lediglich „medizinisch“ muss der Mund-Nase-Schutz sein - und dieses Zertifikat besitzt Metzen. Wer es sicherer haben möchte, kann sich natürlich freilich noch das Vlies dazu kaufen.

FFP2-Pflicht nur in Bayern: Geschäft läuft insgesamt gut - „Nicht überall vorgeschrieben“

Doch egal, was bei der Prüfung rauskommt, genau genommen brauch Metzen die Zertifizierung als FFP2-Maske gar nicht. „Natürlich könnte ich mir die Masken jetzt auch noch für den FFP2-Gebrauch zertifizieren lassen“, sagt Metzen, „aber warum sollte ich das tun?“ Das Geschäft laufe auch so gut - auch in Bayern. Denn die Pflicht zur FFP2-Maske wegen Corona* herrscht auch dort nicht überall. Beispielsweise in manchen Arztpraxen, oder für Kinder unter 14 Jahren, reichen seine Produkte derzeit noch vollkommen aus. „Verkäufer brauchen keine FFP2-Maske aufsetzen, nur die ,Einkäufer‘“, so Metzen.

Hintergrund dazu ist, dass FFP2-Masken grundsätzlich nicht länger als 75 Minuten getragen werden sollen - danach empfiehlt sich ein 30 minütige „Atempause“. Damit Verkäufer und sonstiges Personal nicht alle 75 Minuten eine solche Pause einlegen müssen, entfällt die FFP2-Maskenpflicht, wie das bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege auf Anfrage bestätigt.

FFP2-Mehrwegmasken mit Vlies: Hersteller aus Bayern hofft auf Einlenken von Söder-Regierung

Dass durch seine Masken die Hoffnung auf mehrwegtaugliche FFP2-Masken in Bayern geschürt wurde, tut ihm leid. „Dem ist nicht so“, sagt Metzen. Er hoffe aber, dass die bayerische Staatsregierung um Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bald einlenke, und auch in Bayern das Tragen eines „medizinisch geprüften Mund-Nase-Schutzes“ ausreichend ist. „Medizinisch geprüft sind sie und das ist auch klar gekennzeichnet“, sagt Metzen. Tatsächlich befindet sich am oberen Rand der Masken ein Aufdruck, der die Zertifizierung zur medizinischen Gebrauch bestätigt. Sollte die Regierung um Söder also tatsächlich einlenken, könnten also auch in Bayern bald Privatpersonen guten Gewissens mit Metzens Masken in den Bus steigen.

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