Wörthseefischer

Gewässer-Mangel bremst Mitglieder-Boom

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Die Wörthseefischer sind besorgt. Zu viele Hobbyfischer wollen dem Verein beitreten. Viele können jedoch nicht aufgenommen werden, denn der Verein hat zu wenige Gewässer. Neue zu pachten, ist schwierig.

Landkreis Eigentlich könnte Maximilian Mayer nicht glücklicher sein. Während viele andere Vereinschefs von Sorgen um zu wenige Mitglieder geplagt werden, kann sich der Vorsitzende der Wörthseefischer kaum vor Interessenten retten. Die Nachfrage ist sogar zu hoch. „Aber wir haben zu wenige Gewässer“, sagt der Germeringer. „Wenn wir alle aufnehmen würden, würden unsere Gewässer überfischt werden.“

Zwar möchte der Verein mehr Gewässer pachten, aber das ist Mayer zufolge alles andere als einfach. Zum einen sei die Pacht für die Weiher, Seen, Fluss- und Bachabschnitte zum Teil nicht finanzierbar. „Es kommt vor, dass die Pacht 10 000 Euro jährlich kostet“, sagt er. „Und das ist dann sogar noch verhältnismäßig günstig.“ Erwachsene (zwischen 18 und 65 Jahren) zahlen zwar 420 Euro Mitgliedsbeitrag im Jahr, berichtet Mayer. Damit könnten die hohen Kosten allerdings nicht gedeckt werden. Zudem seien zu wenige Gewässer in der Region zum Fischen freigegeben. Hinzu kommt seiner Ansicht nach, dass die Auflagen zur Pflege der Gewässer immer strenger werden.

Die Wörthseefischer – bestehend aus rund 360 Mitgliedern – angeln derzeit in zehn Gewässern in der Region. Darunter sind der Emmeringer See, der Allinger Weiher, Abschnitte der Amper (zehn Kilometer) und der Maisach (fünf Kilometer), die beiden Lachermeier Weiher bei Manching (Kreis Pfaffenhofen an der Ilm), die beiden Weiherhaus Weiher im Brucker Süden sowie zwei Gewässer am Schloss Nymphenburg in München.

„Wie hoch die Pacht ist, hängt von der Qualität des jeweiligen Gewässers ab“, sagt Hans Betz vom Landratsamt Fürstenfeldbruck. Forellen zum Beispiel bräuchten kühles, sauerstoffreiches und relativ sauberes Wasser, wie etwa in der Maisach. Karpfen dagegen seien nicht ganz so anspruchsvoll, sie fühlen sich unter anderem im Allinger Weiher sehr wohl. Je nachdem, welche Tiere die Fischer fangen wollen, müssen sie mehr oder weniger Pacht zahlen.

Ein anderer Faktor, der die Kosten erhöht, ist Betz zufolge die Tatsache, dass es in der Region nicht allzu viele Gewässer gebe. Die Konkurrenz sei entsprechend groß. Wie stark die Fischer Seen, Fluss- oder Bachabschnitte pflegen müssen, hänge außerdem von der Befischung ab, sagt er. „Wer viel fängt, muss auch entsprechend viele Tiere wieder einsetzen.“ Sonst ist der Fischbestand gefährdet.

„Allerdings muss man sagen, dass die Wörthseefischer einer der größten, wenn nicht sogar der größte Fischereiverein sind“, sagt Betz. Seiner Ansicht nach haben sie nicht wenige Gewässer zur Verfügung.

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